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Klagen gegen UBS wegen Madoff-Fonds vor Pariser Handelsgericht

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 12:44 publiziert
(Keystone-SDA)

Paris - Vor dem Pariser Handelsgericht werden seit Dienstag zwei Klagen gegen die Grossbank UBS verhandelt, die Finanzprodukte des Milliardenbetrügers Bernard Madoff an ihre Kunden vermittelt hatte. Die Depotbank habe die Finanzmarktaufsicht und die Anleger "wissentlich betrogen".
Dies sagte Rechtsanwalt Jean-Pierre Martel, der eine Gruppe von 78 Anlegern vertritt. Die UBS habe einen Fonds des früheren US-Starinvestors Madoff mit einem "lügnerischen Prospekt" beworben, wodurch seine Mandanten "zwischen 10'000 und 6 Millionen Euro" verloren hätten.
Jeder von ihnen verlange 100'000 Euro Schadenersatz - und es drohten weitere Klagen, kündigte der Anwalt an. Demnach wollen "grössere" Anleger erst einmal abwarten, wie das Verfahren sich anlasse, um sich dann möglicherweise anzuschliessen.
Rechtsanwältin Isabelle Wekstein, die vor dem Pariser Gericht eine zweite Gruppe von mehreren dutzend geschädigten Investoren vertritt, kündigte ebenfalls weitere Klagen an, auch gegen andere Depotbanken. Vergangene Woche habe sie mehrere Mandanten vor dem Handelsgericht Dublin gegen die Grossbank HSBC vertreten, sagte die Anwältin.
Madoff, der ehemalige Chef der US-Technologiebörse Nasdaq, hatte Anleger mit dem sogenannten Schneeballsystem um bis zu 50 Mrd. Dollar geprellt.
Er gewann Kunden, indem er ihnen äusserst lukrative Geldanlagen versprach, und zahlte ihnen zunächst hohe Gewinne aus - mit dem Geld neuer Anleger, bis das System schliesslich zusammenbrach. Der US-Bürger wurde im Juni vergangenen Jahres zu 150 Jahren Haft verurteilt.

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