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Auch der Aussenhandel - insbesondere die Chemie- und Pharmabranche, die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie und die Uhrenindustrie - dürfte einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum in der Schweiz leisten. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP dapd/Nigel Treblin

(sda-ats)

Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten zwei Quartalen unerwartet zögerlich Fahrt aufgenommen. Die Expertengruppe des Bundes senkt daher ihre Konjunkturprognosen für das laufende Jahr erneut von 1,6 auf 1,4 Prozent.

Dies teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mit. Bereits im vergangenen März war diese offizielle Prognose um 0,2 Prozentpunkte gesenkt worden. Damals war die Rede von einer "leichten, technischen Korrektur nach unten" und einem enttäuschenden vierten Quartal 2016 gewesen.

Die Auguren des Bundes zeigen sich dennoch in ihrer aktuellen Analyse angesichts der bereits einsetzenden Erholung am Arbeitsmarkt und des anhaltenden Bevölkerungswachstums weiterhin optimistisch. Positive Impulse dürften auch vom Aussenhandel ausgehen. Für 2018 rechnen sie daher unverändert mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,9 Prozent.

Schlechtere Stimmung

Die Prognosesenkung für das laufende Jahr begründen die Ökonomen vor allem mit der im ersten Quartal schwachen Entwicklung fast aller Dienstleistungsbranchen. Ausserdem hätten die wichtigsten Stimmungsindikatoren, wie der Auftragsbestand in der Industrie und im Dienstleistungssektor, das KOF-Barometer und die Konsumentenstimmung, auf hohem Niveau zuletzt etwas nachgegeben.

In den vergangenen zwei Quartalen habe sich das Wirtschaftswachstum zwar beschleunigt. Mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent im ersten Quartal 2017 sei dieses allerdings leicht hinter den Erwartungen geblieben. Die Auguren bilanzieren: Die Erholung der Wirtschaft verlaufe weniger dynamisch als erwartet. Die Stimmungsindikatoren signalisierten aber weiterhin Wachstum.

Zum künftigen Wachstum beitragen dürften nach Ansicht der Expertengruppe die Inlandnachfrage und der Aussenhandel. Der Konsum sollte nach einer eher verhaltenen Entwicklung 2015 und 2016 im Prognosezeitraum wieder dynamischer wachsen. Angesichts tiefer Zinsen und einer weiter starker Nachfrage nach Immobilien dürften Bauinvestitionen leicht an Dynamik gewinnen. Für die Ausrüstungsinvestitionen wird ein moderates Wachstum erwartet.

Gleichzeitig warnen die Forscher auch vor einem "gewissen Risiko" im Immobiliensektor. In Anbetracht der steigenden Leerwohnungsziffern könnte eine stärkere Abschwächung der Baukonjunktur bevorstehen als prognostiziert.

Aussenhandel breiter abgestützt

Unter positiven Vorzeichen steht der Aussenhandel. Der Beitrag der Handelsbilanz zum BIP-Wachstum sollte daher leicht positiv ausfallen. Laut den Experten dürfte die Schweizer Exporte von der positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung profitieren.

Das Exportwachstum sollte zudem breiter abgestützt sein als noch im vergangenen Jahr. Positive Signale in den Exportmärkten orten die Experten dabei in der Chemie- und Pharmabranche, in der MEM-Industrie, aber auch in der Uhrenindustrie.

Im Zuge der konjunkturellen Aufhellung dürfte sich auch die Erholung am Arbeitsmarkt fortsetzen. Für das Gesamtjahr 2017 rechnen die Experten des Bundes unverändert mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent im Jahresmittel.

Konjunkturrisiken machen die Ökonomen etwa im Zusammenhang mit der amerikanischen Geld-, Handels- und Fiskalpolitik sowie dem Brexit-Entscheid aus. Eine zusätzliche Unsicherheit gehe derzeit ausserdem von Italien aus. In unserem südlichen Nachbarland würden innerhalb des Prognosezeitraums Parlamentswahlen abgehalten und eine politische Instabilität drohe.

SDA-ATS

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