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Ausgelassene Stimmung an der Gedenkfeier zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus in Flüeli-Ranft im Kanton Obwalden.

Keystone/ALEXANDRA WEY

(sda-ats)

Nach dem offiziellen Staatsakt zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus im Frühling haben am Samstag konservative Kreise in Flüeli-Ranft OW eine weitere Gedenkfeier für den Eremiten durchgeführt. Festredner waren alt Bundesrat Christoph Blocher und Bischof Vitus Huonder.

Die laut Organisatoren gegen 2500 Anwesenden klatschten lautstark und standen teils auf den Bänken, als kurz nach 13.30 Uhr die Festredner und die geladenen Gäste das Festzelt zu Marschmusik des Orchester der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS) betraten.

Kurz darauf ehrte SVP-Bundesrat Guy Parmelin in seiner Grussbotschaft Niklaus von Flüe als bescheidener Mann mit hoher Spiritualität und als einen Mann Gottes, der seinen Mitmenschen nahe stand. "Er gehört zu jenen Menschen, die uns als Vorbild dienen sollten", sagte der Bundesrat. Der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller ordnete anschliessend das Wirken von Bruder Klaus historisch ein.

Visionär, Asket und Mystiker

Der Churer Bischof Vitus Huonder ehrte in seiner Festrede Niklaus von Flüe als Gläubigen und Heiligen. Das Leben von Bruder Klaus sei ein Werk Gottes, sein Leben sei ein Zeichen Gottes in einer schwierigen Zeit. "Wäre er nicht gewesen, gäbe es unser Land kaum", sagte er.

Der Bischof sprach über Bruder Klaus als Visionär, als Mann des Gebetes, als Asket, als Mystiker, als Lehrer des Glaubens und als Boten des Friedens. Bruder Klaus habe die Einheit der Eidgenossenschaft bewirkt, sagte Huonder. "Er könnte auch die Einheit der Christenheit bewirken."

Alt Bundesrat Christoph Blocher würdigte Bruder Klaus und dessen Bedeutung als Wegbereiter und wichtige Figur für die Eidgenossenschaft. Er bezeichnete Niklaus von Flüe als "grossartigen Führungslehrer", auch als "Manager-Coach".

Im Zentrum seiner Rede stand unter anderem das Zitat "Machet den Zun nicht zuo wit!", das Bruder Klaus zugeschrieben wird. Ein Blick in die Schweizer Geschichte zeige, dass es immer dann, wenn sich die führenden Kreise am Ratschlag von Bruder Klaus orientierten, richtig kam. Ansonsten ging es der Schweiz schlecht.

Zwischen den Reden wurden verfilmte Theaterszenen zum Leben und Wirken von Bruder Klaus unter der Leitung des Theater-Regisseurs Klaus Odermatt aus Dallenwil gezeigt.

Konservative Kräfte vereint

Bereits am 30. April hatte auf dem Landenberg oberhalb Sarnen ein offizieller Staatsakt stattgefunden. Anwesend waren neben Bundespräsidentin Doris Leuthard Vertreter von Parlament und Kantonsregierungen. Organisiert wurde der Anlass vom Trägerverein "600 Jahre Niklaus von Flüe".

Nachdem der Bundesrat Mitte des letzten Jahres bekannt gegeben hatte, dass er auf eine nationale Gedenkveranstaltung verzichte, planten konservative Kräfte eine weitere Gedenkfeier. An der Spitze des Vereins "Die Schweiz mit Bruder Klaus" steht die Obwaldner Kantonsrätin und SVP-Kantonalpräsidentin Monika Rüegger.

Das Ziel der Gedenkfeier ist laut den Organisatoren keine "Polit-Show", sondern eine Gedenkfeier, welche die Bedeutung von Bruder Klaus für die werdende Schweiz "als eigenständiges, neutrales, föderalistisch-freiheitlich gestaltetes, im Christentum verwurzeltes Land" angemessen würdige.

Bauernsohn wird Einsiedler

Der spätere Bruder Klaus, Niklaus von Flüe, lebte von 1417 bis 1487 in Obwalden. Der einstige Bauernbub und spätere Vater von zehn Kindern gehörte zum höchsten Führungszirkel im Kanton. Mit 50 Jahren entsagte er seinem bisherigen Leben und wurde Einsiedler in der Ranft - wenige hundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt.

Es gilt heute als gesichert, dass die Intervention des Eremiten 1481 bei einem Konflikt an der Tagsatzung zum Stanser Verkommnis führte, das die Eidgenossenschaft vor dem Zerfall bewahrte. Er wurde bereits zu Lebzeiten als Mittler, Mystiker und Heiliger gefeiert.

Freunde bauten ihm in Flüeli-Ranft ob Sachseln eine Kapelle und eine Klause. Die Klause des Bruder Klaus ist noch heute eine wichtige Pilgerstätte. Von Flüe wurde 1649 selig gesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte 1947 durch Papst Pius XII.

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SDA-ATS