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Nach dem Selbstmord eines vermutlich verschuldeten Rentners ist es in Athen zu schweren Protesten gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung gekommen. Am Mittwochabend lieferten sich Demonstranten auf dem Platz vor dem Parlament heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen überwiegend jugendliche Demonstranten ein, die die Beamten mit Steinen und Molotowcocktails beworfen hatten. Zwei Menschen wurden nach Spitalangaben verletzt.

Auf dem Syntagma-Platz im Zentrum der griechischen Hauptstadt, auf dem seit gut zwei Jahren Proteste gegen die Sparprogramme der Regierung stattfinden, hatte sich am Morgen ein 77-jähriger Mann durch einen Kopfschuss getötet. Augenzeugen zufolge rief der frühere Apotheker vor seiner Tat, dass er seinen Kindern keine Schulden hinterlassen wolle.

In einer Tasche des Toten fand die Polizei einen Abschiedsbrief, den griechische Medien am Donnerstag in Auszügen veröffentlichten. Der Mann warf der Regierung demnach vor, ihn in grosser Armut allein gelassen zu haben.

"Ich sehe keine andere Lösung für ein würdiges Ende, bevor ich im Müll wühlen muss, um mich zu ernähren", schrieb der 77-Jährige demnach. Nach Angaben aus Polizeikreisen litt der Mann zudem an Krebs.

Trauer und Wut

Im Gedenken an den Rentner versammelten sich am Abend rund tausend Menschen in den Strassen Athens und legten am Fusse der Zypresse, vor der sich der Mann erschossen hatte, Blumen, Kerzen und Trauerbotschaften nieder.

Am Rande der spontanen Trauerfeier kam es zu heftigen Zusammenstössen mit der Polizei, als eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen Steine auf die Beamten warf. Die Polizei nahm zehn Menschen fest, die später aber wieder freigelassen wurden.

Am Donnerstagmorgen beruhigte sich die Lage in der griechischen Hauptstadt wieder. Am Nachmittag versammelten sich erneut Dutzende Menschen an der Stelle, wo sich am Vortag der 77-jährige das Leben nahm. Die Lage blieb aber ruhig.

Behinderter versucht in Italien Selbstverbrennung

In Italien versuchte ein verzweifelter Mann, sich anzuzünden. Der behinderte Neapolitaner wartete nach eigenen Angaben vergeblich auf die Rückerstattung von Geldern für medizinische Behandlungen von den lokalen Gesundheitsbehörden.

Er beging die Verzweiflungstat am Donnerstag auf der zentralen Piazza de Blebiscito in Neapel. Der italienische Ministerpräsident Mario Monti wollte dort kurz darauf die Pläne seines Kabinetts zur Restaurierung der archäologischen Stätte von Pompeji vorstellen.

Der 50-Jährige Mann übergoss sich mit Benzin und nur das Eingreifen der Polizei verhinderte, dass er sich selbst anzündete. "Ich will nur ehrlich leben können", klagte der Mann.

SDA-ATS