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Neue Hiobsbotschaft für Griechenland: Die Ratingagentur Standard& Poor's hat die langfristige Kreditwürdigkeit nochmals drastisch herabgestuft, weil eine Umschuldung aus ihrer Sicht immer wahrscheinlicher wird. Das Griechenland-Drama geht nun in die entscheidende Runde.

Europa streitet sich über ein zweites Rettungspaket für das von der Pleite bedrohte Land und eine mögliche Stundung der Schulden. Vor allem Deutschland will die Banken mit ins Rettungsboot holen, die Bereitschaft scheint aber gering.

Um ganze drei Noten hat S&P die Bonität des Landes auf nunmehr "CCC" am Montag gesenkt. Damit liegt das Rating nur noch wenige Noten von der Tiefstwertung "D" entfernt, die einen Zahlungsausfall kennzeichnet.

Finanzbranche setzt EZB unter Druck

Eine solche Wertung würde es der Europäischen Zentralbank (EZB) verbieten, griechische Staatsanleihen als Sicherheit anzunehmen, mit ungeahnten Konsequenzen für das europäische Bankensystem. Nur die Politik und damit der Steuerzahler könnte dann noch mit Rettungspaketen einspringen.

Zwar geht die Agentur davon aus, dass Griechenland von seinen europäischen Partnerstaaten zusätzliche Finanzhilfen erhält. Die Hilfen dürften aber voraussichtlich nur unter einer Beteiligung privater Gläubiger etwa in Form einer Laufzeitverlängerung griechischer Anleihen gewährt werden.

In diesem Fall würde die Agentur das Rating auf den niedrigsten Wert "D" senken, machte S&P klar. Das will die EZB verhindern, denn sie befürchtet eine zu hohe Ansteckungsgefahr für andere angeschlagene Euro-Länder. Damit stecken die Politiker in der Zwickmühle, die für eine Bankenbeteiligung plädieren wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Griechen wehren sich

Die Regierung in Athen kritisierte die Herabstufung. Eine solche nehme nicht die intensiven Unterredungen in der EU und im Internationalen Währungsfonds (IWF) über eine "praktikable Lösung" zur Kenntnis, kritisierte das Finanzministerium.

EU und IWF beraten über ein weiteres Rettungspaket, Griechenland will zusagen, noch härter zu sparen und in grossem Stil Staatsbesitz zu privatisieren, damit Geld in Staatskassen fliesst. Athen wehrt sich auch gegen den Plan, private Gläubiger wie Banken und Versicherungen bei einer Umschuldung des Krisenlandes in die Pflicht zu nehmen.

Europäische Spitzenpolitiker wollen Griechenland nicht fallenlassen. Am Dienstag wollen die Euro-Finanzminister auf einem Sondertreffen in Brüssel auch über eine Rettung beraten. Dabei soll es um ein neues Paket für Athen gehen, das einen Umfang von 90 Milliarden Euro bis 120 Milliarden Euro haben könnte.

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SDA-ATS