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Nach der Abberufung des Vatikan-Botschafters in der Dominikanischen Republik nach Missbrauchsvorwürfen gerät Papst Franziskus in die Kritik. Er agiere wie seine Vorgänger geheim und rücksichtslos, klagt das Netzwerk der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP).

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass Jozef Wesolowski seinen Posten bereits am 21. August verloren hatte. Auch gegen einen Priester in Chile laufen Ermittlungen. Der Ire John O'Reilly vom Orden der Legionäre Christi steht nach Angaben der Behörden seit Mittwoch unter Hausarrest.

"Die Verantwortlichen in der Katholischen Kirche handeln nur, wenn sie durch medialen Druck dazu gezwungen werden", sagte die Vorsitzende der US-Opferorganisation, Barbara Dorris am Donnerstag. Zudem habe sich der Vatikan im Fall des Botschafters zunächst nicht zu den Vorwürfen und dem Grund der Amtsenthebung geäussert.

Knaben für Sex bezahlt

Erst am Mittwoch hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi gegenüber der Nachrichtenagentur I.Media erklärt, dass der 65-jährige Nuntius bereits im August abberufen worden sei. Es seien Ermittlungen wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs eingeleitet worden.

Laut Berichten örtlicher Medien soll der Diplomat Knaben für Sex bezahlt haben.

Wesolowski war seit mehr als fünf Jahren der ständige Vertreter der Heiligen Stuhls in Santo Domingo. Er wurde 1972 vom damaligen Erzbischof von Krakau und späteren Papst Johannes Paul II., Karol Wojtyla, zum Priester geweiht.

Seinen ersten Posten als Vatikan-Botschafter trat er in Bolivien an. Nach mehreren Stationen in Zentralasien wurde er im Januar 2008 von Papst Benedikt XVI. in die Dominikanische Republik entsandt.

Missbrauch an von Geistlichen betriebener Schule

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass gegen O'Reilly und andere Mitglieder seines Ordens wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs an einer von den Geistlichen betriebenen Schule in der Hauptstadt Santiago ermittelt wird. O'Reilly war bis Juli 2012 als Kaplan und geistlicher Direktor an dem renommierten Colegio Cumbres tätig.

Die ultrakonservativen Legionäre Christi sind seit 2005 in einen Missbrauchsskandal verwickelt. Dem inzwischen verstorbenen Ordensgründer Marcial Maciel wurde vorgeworfen, mehrere Seminaristen missbraucht zu haben. Insgesamt sind etwa 20 Priester unter Verdacht geraten, fünf von ihnen wurden bislang verurteilt.

Tausende Missbrauchsfälle in mehreren Ländern haben die katholische Kirche in den vergangenen Jahren in eine Krise gestürzt. Papst Franziskus kündigte kurz nach dem Beginn seines Pontifikats im März an, härter gegen Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche vorzugehen. Im Juli unterzeichnete er ein entsprechendes Dekret.

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SDA-ATS