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Die Bahnstrecke zwischen Bern und Lausanne war am Donnerstagmorgen vorübergehend unterbrochen. Der Grund: Ein Zug war kurz nach 5.30 Uhr zwischen Chénens und Neyruz FR in eine Gruppe von vier Kühen gerast, welche sich auf den Geleisen aufhielt.

Personen wurden nicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen der Freiburger Kantonspolizei waren die Kühe offenbar wegen eines Gewitters in Panik geraten und aus ihrem Gehege ausgebrochen. Mit der Gleisanlage wählten sie allerdings einen schlechten Zufluchtsort; sie wurden von einem Zug erfasst.

Zwei der Tiere waren nach Polizeiangaben auf der Stelle tot. Eine junge Kuh musste wegen ihrer Verletzungen noch vor Ort vom Tierarzt eingeschläfert werden. Auch die vierte Kuh überlebte den Unfall nicht; sie wurde vom Zug bis in den Bahnhof von Neyruz mitgeschleift.

Der betroffene Zug wurde nach Auskunft der SBB durch den Zusammenprall leicht beschädigt. Zunächst hatte es geheissen, zwei Züge seien mit den Kühen kollidiert. Wie sich herausstellte, war der zweite Zug wegen des Vorfalls am Unfallort lediglich blockiert.

Verspätungen für Pendler

Kurz vor 8 Uhr normalisierte sich der Bahnverkehr wieder, wie ein SBB-Sprecher sagte. Für die Reisenden kam es zu Verspätungen von bis zu 80 Minuten; Reisende von Bern nach Lausanne respektive Genf und umgekehrt mussten via Biel fahren. Zwischen Romont und Freiburg setzte die SBB Ersatzbusse ein.

Auf den Bahnstrecken kommt es laut SBB immer wieder vor, dass ein Zug mit Tieren - zum Beispiel Rehen - kollidiert. Eine Kollision mit Kühen sei aber eher selten.

Lokführer gesucht

Der Zug, der um 7.43 Uhr ab Bern nach Biel fahren sollte, hatte am gleichen Morgen zudem 16 Minuten Verspätung, weil der diensthabende Lokführer unauffindbar war. Erst als ein Ersatz gefunden war, konnte der Zug losfahren.

Ob der Vorfall einen Zusammenhang mit der Kollision bei Neyruz hat, ist offen. Es könne sein, dass der Diensthabende wegen eines verspäteten Anschlusszuges nicht rechtzeitig ihm Führerstand war, hiess es bei der SBB. Zum Erstaunen mancher Reisender im betroffenen Zug erging auch über die Zuglautsprecher der Aufruf, allenfalls anwesende Lokführer sollten sich melden.

SDA-ATS