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5,67 Sekunden fehlen Tour-Neuling Stefan Küng beim Zeitfahren in Düsseldorf zum Sieg. Danach überwiegt beim Thurgauer trotz starker Leistung die Enttäuschung.

"Das weisse Trikot (für den besten Nachwuchsfahrer unter 25 Jahren) erscheint mir nur als ein kleines Trostpflaster. Ich wollte gewinnen und das Maillot jaune holen. Die Enttäuschung ist momentan grösser als der Stolz", sagte Stefan Küng nach seinen ersten 14 km bei der Grande Boucle.

Dem perfekten Tour-Einstand, so wie er Fabian Cancellara vor 13 Jahren beim Prolog in Lüttich gegen die versammelten Stars wie Lance Armstrong gelungen war, stand einzig Geraint Thomas im Weg. Der 31-jährige Waliser, beim Team Sky Edelhelfer von Vorjahressieger Chris Froome, lag bei der Zwischenzeit nach gut der Hälfte der Distanz als Fünfter noch um drei Sekunden hinter Küng.

"Er muss geflogen sein"

Er sei immer über die Abstände informiert gewesen, so Küng, dessen Plan es war, auf der abschliessenden, 4 km langen Geraden zum Ziel die Differenz zu legen. "Mein Finish war auch stark, doch Geraint muss geflogen sein. Chapeau, eine ganz starke Leistung von ihm. Im Zeitfahren gewinnt immer der Stärkste", gratulierte danach der knapp geschlagene Ostschweizer fair. Schon zuletzt in der Tour de Suisse war ihm bei den zwei Zeitfahren jeweils nur einer - der in Düsseldorf abwesende Australier Rohan Dennis - vor der Sonne gestanden.

Auf nasser Strecke liess der technisch starke Küng in den teils tückischen Kurven in der Düsseldorfer Innenstadt die nötige Vorsicht walten. "Schliesslich wollte ich beim Tour-Debüt nicht gerade stürzen", erklärte der 23-Jährige. Küng ist in Sachen Stürzen ein gebranntes Kind. In seinen ersten zwei Profi-Saisons musste er jeweils verletzungsbedingt mehrere Monate pausieren. 2016 verpasste Küng deshalb auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Topfavorit Martin niedergeschlagen

Zum Auftakt der 104. Tour zeigte Küng, dass er am Tag X auf den Punkt bereit war. Ausser Bahn-Olympiasieger Thomas, der im Vorfeld dem erweiterten Favoritenkreis zugerechnet worden war, hatte der junge Thurgauer die Elite im Griff. Den ehemaligen (Wassil Kirijenka) und den aktuellen (Tony Martin) Zeitfahr-Weltmeister distanzierte er um wenige Sekunden. Gerade der 32-jährige Deutsche zeigte sich über den 4. Platz niedergeschlagen. Der Regen habe ihm "das Genick gebrochen", so Martin, der seine ganze Rundfahrt nur auf den Tour-Start in der Heimat ausgerichtet hatte.

SDA-ATS