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Kulturschaffende wollen keine kulturelle Zusammenarbeit mit China

Nach der Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei und anderer regimekritischer Intellektueller sollen Bund und Pro Helvetia die kulturelle Zusammenarbeit mit China vorläufig auf Eis legen. Das fordert die Gruppe "Kunst und Politik" in einem Communiqué vom Mittwoch.

Das Netzwerk verlangt von Bund und Kulturstiftung die Einstellung der kulturellen Zusammenarbeit, solange China die Freiheit der Kunst nicht garantiert. Ausserdem soll sich die Schweiz "für die unverzügliche Freilassung der beiden Kunstschaffenden Ai Weiwei und Ran Yunfei sowie der zahlreichen weniger bekannten verhafteten Regierungskritiker" einsetzen.

Pro Helvetia findet es allerdings falsch, die kulturelle Zusammenarbeit zu unterbrechen. "Pro Helvetia unterstützt keine staatlichen Initiativen, sondern stärkt die unabhängigen Kulturschaffenden. Gerade in Zeiten verschärfter Repression ist die internationale Solidarität mit den Künstlern Chinas besonders wichtig", sagte Sabina Schwarzenbach, Sprecherin der Stiftung, der SDA.

Schweiz wartet auf Ai

Ai war am Sonntag auf dem Internationalen Flughafen von Peking festgenommen worden. Er hatte nach Hongkong zu einer Auktion fliegen wollen. Dort hätte er auch den Schweizer Kunstsammler Uli Sigg treffen sollen, um mit ihm eine Ausstellung im Kunstmuseum Luzern vorzubereiten, wie Sigg dem Schweizer Fernsehen sagte.

Die Luzerner Ausstellung soll trotzdem stattfinden: "Die Werke des Künstlers sind glücklicherweise bereits in der Schweiz angekommen", sagt Doris Bucher, Mediensprecherin des Kunstmuseums Luzerns, am Dienstag der "tagesschau.sf.tv": "Wir hoffen, dass er hier, wie vorgesehen, persönlich an der Vernissage anwesend ist."

Furcht vor Umsturz

Seit Sonntag hat Ais Anwalt Liu Xiaoyuan laut eigenen Angaben kein Lebenszeichen mehr von seinem Mandanten erhalten. "Wie kann ein Land mit Gesetzen so etwas zulassen?" fragte Ais Mutter, die 77-jährige Gao Ying.

China geht seit Beginn der Proteste in der arabischen Welt, wo einige langjährige Herrscher von Volksbewegungen gestürzt wurden, mit grosser Härte gegen Rechtsanwälte, Schriftsteller und Bürgerrechtler vor. Damit soll offenbar verhindert werden, dass sich ähnliche Bewegungen in China formieren.

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