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Letzte Landung für Air Berlin: Der ausgebuchte Airbus A320 setzt als letzter Flug der insolventen Airline am Freitagabend in Berlin auf.

KEYSTONE/EPA/CLEMENS BILAN

(sda-ats)

Es ist das Ende einer Ära: Fast 40 Jahre nach dem Start der ersten Air-Berlin-Maschine in Berlin Tegel ist dort der letzte Flieger der insolventen Fluggesellschaft gelandet. Derweil kündigte Easyjet an, Betriebsteile und Slots für 40 Millionen Euro zu übernehmen.

Der ausgebuchte Flug AB6210 aus München landete am Abend auf dem Flughafen im Norden Berlins. An Bord des Flugzeugs war auch der langjährige Unternehmenschef Joachim Hunold. Die Flughafen-Feuerwehr empfing die Maschine mit Wasserfontänen. Vor dem Abflug hatte die Crew aus einem Fenster des Cockpits eine Fahne mit dem Emblem von Air Berlin und den Worten "sagt Tschüss" gehalten.

Der Flughafen Tegel öffnete anlässlich des letzten Fluges der Airline länger die Besuchertrasse, die normalerweise um 20 Uhr schliesst. Die Aussichtsplattform war am Freitagabend randvoll - hunderte Schaulustige wohnten der Landung mit Wehmut bei.

"Ich bin immer gerne mit Air Berlin geflogen, das hatte immer so ein gewisses Etwas, zum Beispiel mit den Schokoherzen", sagte ein Besucher. "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Aber es ist traurig, dass diese traditionsreiche Marke vom deutschen und internationalen Flugmarkt verschwindet."

Einige Air-Berlin-Mitarbeiter liessen aber auch ihrem Unmut freien Lauf. Zwei Flugbegleiter sagte, sie fühlten sich von der Geschäftsführung "betrogen" und "im Stich gelassen".

Zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft

Air Berlin war nach Lufthansa bisher die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft. Hochverschuldet musste sie Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Millionen Euro noch einige Wochen aufrechterhalten werden.

Die Airline hatte sich vor ihrer letzten geplanten Landung von ihren Kunden verabschiedet. "Air Berlin bedankt sich an diesem traurigen Tag bei allen Mitarbeitern, Partnern und Passagieren, die uns über die vielen Jahre ihr Herz und ihre Treue geschenkt haben", teilte das Unternehmen am Freitag mit. Von heute auf morgen fallen nun rund 250 Flüge aus dem Angebot.

So viele Flüge hatte die Fluggesellschaft zuletzt im Durchschnitt noch täglich im Programm, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mitteilte. Vor dem Insolvenzantrag Mitte August seien es täglich etwa 450 gewesen.

Seit ihrem Erstflug 1979 habe die Airline mehr als eine halbe Milliarde Passagiere befördert, teilte Air Berlin mit. Air Berlin - die nach Lufthansa bisher zweitgrösste deutsche Fluglinie - hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Nun wird der Konzern zerschlagen.

Easyjet springt bereits im Winter ein

Der britische Billigflieger Easyjet übernimmt für 40 Millionen Euro Teile des Betriebs am Flughafen Berlin-Tegel, wie beide Unternehmen in einer Pflichtmitteilung für die Börse in der Nacht zu Samstag mitteilten. Dazu gehörten auch die betreffenden Slots, also die Zeitfenster für Abflüge und Landungen, sowie Buchungen.

Easyjet erklärte, die neuen Flüge von und nach Berlin-Tegel würden rechtzeitig mitgeteilt. Während der Wintersaison werde es einen eingeschränkten Flugplan geben, vom Sommer 2018 an werde dieser ausgeweitet. Zuvor hatte sich Air Berlin bereits mit der Lufthansa über den Kauf von mehreren Unternehmensteilen geeinigt.

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SDA-ATS