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Den Wald schützen und ihn zugleich nutzen: Dieses Ziel verfolgt der Bund mit seiner Waldpolitik. Umweltministerin Doris Leuthard hat am Freitag zum internationalen Jahr des Waldes auf die vielfältigen Ansprüche an den Wald aufmerksam gemacht.

Der Wald schütze vor Naturgefahren und leiste einen wichtigen Beitrag an den Klimaschutz, sagte Leuthard in einem Wald in Wynau BE. Der Wald sei aber auch Lebensraum für Tiere, Erholungsraum für Menschen und Holzlieferant.

Im Spannungsfeld zwischen Waldschutz, Landwirtschaft und Raumplanung gelte es Lösungen zu finden, um all diese Funktionen langfristig zu erhalten. "Wir müssen lernen, in den Zeiträumen der Bäume zu denken", sagte die Umweltministerin.

Raubbau mit schlimmen Folgen

Leuthard erinnerte daran, dass die Schweiz vor 150 Jahren die bitteren Folgen des Raubbaus am Wald zu spüren bekam: Überschwemmungen, Murgänge, Steinschlag und Lawinen verwüsteten Teile des Landes. In der Folge wurde der Wald 1876 mit dem Forstgesetz unter Schutz gestellt.

Inzwischen sind viele Bäume gewachsen. Die Waldfläche nimmt auch heute noch zu: Im Alpenraum wuchs sie in den letzten 15 Jahren um eine Fläche von der Grösse des Kantons Schaffhausens. Im Mittelland blieb die Fläche dagegen konstant.

Nun steht der Wald im Mittelland aber wieder unter Druck: Der Bauernverband möchte den Schutz lockern, um Landwirtschaftsland zu ersetzen, das durch Überbauung verloren geht. Gleichzeitig fordern die Waldeigentümer für die Waldpflege eine höhere Abgeltung.

Umstrittener Rodungsschutz

Der Bundesrat wolle am Rodungsschutz festhalten, sagte Leuthard. Flexiblere Aufforstungsregeln seien aber damit nicht ausgeschlossen. Der Bundesrat werde demnächst Stellung beziehen zu den Vorschlägen der ständerätlichen Umweltkommission für eine Revision des Waldgesetzes. Sie selbst halte die Vorschläge für "relativ vernünftig".

Anders sieht dies der Verband der Waldbesitzer, Waldwirtschaft Schweiz: Dessen Zentralpräsident, Nationalrat Max Binder (SVP/ZH), warnte vor einer Lockerung des Schutzes. Der Verband anerkenne zwar den Bedarf für eine moderate Flexibilisierung in Gebieten, in welchen die Waldfläche zunehme. Dies sei aber vor allem im Berggebiet der Fall. "Im Mittelland stellen wir uns strikt gegen eine Aufweichung", sagte Binder an der Wald-Veranstaltung.

Und Lignum, der Dachverband der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft, stellte in einer Medienmitteilung in Abrede, dass es überhaupt einen Zielkonflikt zwischen Schutz und Nutzen gibt. Die Nutzung der Schweizer Wälder sei vorbildlich. Es werde niemals mehr Holz entnommen, als insgesamt wieder nachwachse.

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SDA-ATS