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Libysche Rebellen wehren Angriff von Gaddafi-Truppen auf Misrata ab

Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben die Hafenstadt Misrata im Westen des Landes mit Panzern angegriffen. Die Panzer hätten versucht, vom Südwesten aus nach Misrata einzudringen, seien aber zurückgeschlagen worden, teilten Aufständische mit.

Seit dem Morgen nahmen die bislang am Flughafen Misratas versteckten Panzer Aussenbezirke der Stadt unter heftigen Beschuss, wie Augenzeugen berichteten. Die Rebellen konterten mit Schüssen aus schweren Maschinengewehren. Am frühen Nachmittag teilten sie mit, der Angriff sei abgewehrt worden.

Ärzten zufolge wurden bei den nächtlichen Kämpfen seit Sonntagabend zehn Menschen getötet und dutzende verletzt. Am Sonntag hatten Regierungstruppen unter anderem die Hafenanlagen beschossen, wobei zwei Rebellen ums Leben kamen.

Kämpfe am Hafen

Der Hafen ist der einzige Zugang zu der etwa 200 Kilometer östlich der von Tripolis gelegenen Küstenstadt, die seit zwei Monaten von den Truppen Gaddafis belagert wird. Seit Tagen steht er im Zentrum heftiger Kämpfe. Hunderte afrikanische Flüchtlinge campieren dort und hoffen, die Stadt auf dem Seeweg verlassen zu können.

Hilfsschiffe konnten am Montag nach Rebellenangaben weiterhin nicht in das Hafenbecken einlaufen, weil Truppen Gaddafis dort in den vergangenen Tagen Seeminen ausgesetzt hatten. Auch ein grosses Hilfsschiff der Internationalen Organisation für Migration, das hunderte afrikanische Flüchtlinge an Bord nehmen soll, wartete weiter auf eine Genehmigung der NATO zur Einfahrt in den Hafen.

In Tripolis flog die NATO laut Zeugen in der Nacht erneut Luftangriffe. Demnach waren im östlichen Teil der Stadt Explosionen zu hören.

Begräbnis ohne Gaddafi

In Tripolis wurde am Montag nach Angaben staatlicher Medien der jüngste Sohn des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi beigesetzt. Das Begräbnis auf dem Al-Hani-Friedhof wurde im staatlichen Fernsehen übertragen.

Muammar al-Gaddafi stand nicht am Grab seines Sohnes, der nach Angaben der libyschen Regierung am vergangenen Wochenende durch einen NATO-Luftangriff auf sein Haus ums Leben gekommen war. Anwesend waren dagegen Gaddafis Söhne Saif al-Islam und Mohammed sowie mehrere Funktionäre des Regimes. Rund 2000 Gaddafi-Anhänger forderten am Rand des Begräbnisses Vergeltung.

Wegen der anhaltenden Kämpfe in der Hauptstadt zogen die Vereinten Nationen ihr ausländisches Personal aus Tripolis ab. Zwölf ausländische UNO-Mitarbeiter hätten die Stadt verlassen und seien nach Tunesien gebracht worden, sagte eine Sprecherin.

Anhänger Gaddafis hatten zuvor die Vertretungen Grossbritanniens und Italiens in Tripolis zerstört. Nach Angaben einer weiteren UNO-Sprecherin wurde auch ein UNO-Gebäude gestürmt. Die Türkei räumte ihre Botschaft und verlegte das Personal nach Tunesien.

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