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Bankenbesitzer und Präsidentschaftskandidat Guillermo Lasso ist in der ersten Runde der Wahl dem Favoriten Lenin Moreno aus dem linken Lager unterlegen; für die Stichwahl hofft er, dass sich das Oppositionslager hinter ihm verbündet.

KEYSTONE/AP/DOLORES OCHOA

(sda-ats)

Die Präsidentschaftswahl in Ecuador wird aller Voraussicht nach in einer Stichwahl am 2. April entschieden. Der linke Regierungskandidat Lenín Moreno verpasst nach Auszählung fast aller Stimmen hauchdünn einen Sieg in der ersten Runde.

Der frühere Vizepräsident Moreno liegt nach offiziellen Angaben nach 95,3 Prozent ausgezählter Stimmen bei 39,21 Prozent und kann wohl nicht mehr die für einen Sieg nötigen 40 Prozent holen. Eine Änderung der Tendenz sei praktisch "nicht mehr möglich", sagte der Präsident der Wahlbehörde (CNE), Juan Pablo Pozo, am Dienstag.

In einer Stichwahl muss Moreno gegen den konservativen Politiker Guillermo Lasso (28,34 Prozent) antreten, der nicht nur einen Politikwechsel anstrebt, sondern auch das Asyl für Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft in London beenden will.

Dieser verfolgt seit Tagen intensiv das Wahlgeschehen und setzte Dutzende Twitterbotschaften zu den Zwischenergebnissen ab. Assange muss eine Auslieferung nach Schweden fürchten, wo ihm ein Sexualdelikt vorgeworfen wird. Auch in den USA droht ihm ein Prozess.

Nach zehn Jahren an der Macht war Präsident Rafael Correa nicht mehr angetreten. Dieser warb für die Wahl Morenos und die Fortsetzung seiner "Bürger-Revolution".

In einer zweiten Runde muss das Lager der von Correa gegründeten Partei Alianza País fürchten, dass andere unterlegene Kandidaten ihre Anhänger zur Wahl Lassos aufrufen.

Von Ölpreis abhängig

Egal wer gewinnt, Ecuador ist in hohem Masse von der Entwicklung des Ölpreises abhängig. Dank lange sprudelnder Einnahmen wurden in Correas Amtszeit neue Strassen, Kraftwerke und Spitäler gebaut.

Die Armutsquote sank deutlich; Bildungsmöglichkeiten gerade für untere Einkommensschichten wurden verbessert. Die Wirtschaft wuchs zeitweise kräftig. Für Kritik sorgten autoritäre Tendenzen und die Umweltzerstörungen durch die Ölförderung im Amazonasgebiet.

Als der Ölpreis fiel, gerieten die Programme unter Druck, es zeigte sich das Risiko der starken Öl-Abhängigkeit. Mehrere Steuern mussten erhöht werden. Die Zustimmung zu Correa sank auf rund 50 Prozent.

SDA-ATS

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