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Links und Rechts haben tieferen Mindestumwandlungssatz abgelehnt

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 11:03 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes ist zwar vor allem vom linken Lager bekämpft und abgelehnt worden. Doch auch die bürgerliche Seite hat zum wuchtigen Nein vom 7. März beigetragen. Laut der Vox-Analyse überzeugten die Argumente der Gegner mehr.
Dies hat die Analyse zu der Abstimmung ergeben. Besonders das Argument, wonach der tiefere Zinssatz für die Zweite Säule nicht gerechtfertigt und sozial ungerecht sei, hatte die Gegnerinnen und Gegner veranlasst, ein Nein einzulegen. Die Vorlage war mit knapp 73 Prozent wuchtig verworfen worden.
Am schärfsten bekämpft wurde der tiefere Mindestumwandlungssatz von Links. Doch auch bürgerlich Gesinnte sagten Nein: Die Anhänger der CVP stimmten nur zu 42 Prozent für die Vorlage, jene der SVP zu 27 Prozent, was in etwa dem landesweiten Mittel entspricht. Die SVP, die CVP und auch die FDP hatten Ja-Parolen ausgegeben.
Im freisinnig-liberalen Lager kam die Ja-Mehrheit zu Stande: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Anhängerinnen und Anhänger unterstützten die Vorlage.
Ältere und Personen mit höherer Bildung sagten häufiger Ja zum tieferen Mindestumwandlungssatz. Auch war in der Deutschschweiz das Ja deutlicher als in der Romandie.
Das Nein zum tieferen BVG-Umwandlungssatz war eine der massivsten Niederlagen für Bundesrat und Parlament - beide hatten ein Ja empfohlen.
Die Volksinitiative für einen Tierschutz-Anwalt, die Volk und Stände ebenfalls wuchtig verwarfen, erhielt von Links, von Jüngeren und von Frauen überdurchschnittlich viel Unterstützung. 45,2 Prozent der SP-Sympathisanten sagten Ja, bei der Anhängerschaft der SVP taten dies 14,4 Prozent.
Zum komplexen Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen sagten 77,2 Prozent Ja, obwohl die Mehrheit den Inhalt des Artikels spontan nicht wiedergeben konnte.
Die Vox-Analyse wurde vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Genf und dem Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt. Befragt wurden 1502 Personen.

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