Lüthi nimmt seine 18. GP-Saison als einer der Favoriten in Angriff

Dieser Inhalt wurde am 05. März 2020 - 05:00 publiziert
(Keystone-SDA)

Tom Lüthi wird auch in dieser Moto2-Saison im Fokus stehen und um den WM-Titel kämpfen. Mit Dominique Aegerter findet ein anderer Routinier keinen Platz mehr, dafür ist Jesko Raffin wieder dabei.

Vieles ist speziell beim diesjährigen Auftakt in die Motorrad-WM auf dem Circuit von Losail. Wegen der neuen Einreisebeschränkungen Katars im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus fehlt die Königsklasse - die Moto2 und Moto3, deren Fahrer und Betreuer wegen letzten Tests bereits im Land waren, sollen aber am Sonntag wie vorgesehen in die Saison starten.

"Eine spezielle Situation", wie auch Tom Lüthi sagt. Auch abgesehen vom Coronavirus ist für ihn vieles anders als vor einem Jahr. Damals nagten nach dem völlig missglückten Ausflug in die MotoGP grosse Zweifel am 33-jährigen Emmentaler, nun weiss er wieder, dass er um Siege mitfahren kann. "Die Moto2 ist meine Klasse", stellt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. "Da, wo alles zusammenpasst." Tatsächlich: In seinen letzten drei Moto2-Saisons (2016, 2017, 2019) belegte er in der WM-Wertung stets den 2. oder 3. Platz. Auch diesmal wechselten die beiden Fahrer, die letztes Jahr vor ihm lagen (Alex Marquez und Brad Binder), in die MotoGP. Lüthi ist also der logische Titelfavorit, sollte man meinen.

"So fit wie jetzt war ich noch nie", bestätigt der Routinier. "Ich zähle mich sicher zu den Favoriten, aber ich bin nicht der einzige." Einige Konkurrenten aus der letzten Saison dürften auch Fortschritte gemacht haben, und aus der Moto3 stossen wie immer schnelle Fahrer nach. Zuversicht schöpft Lüthi aus den guten Tests in Jerez und der Tatsache, dass sich in seinem Dynavolt-Intact-Team nur Kleinigkeiten verändert haben. "Das ist sicher kein Nachteil." An der Motivation fehlt es dem Berner, der im Lauf der Saison seinen 300. GP fahren dürfte, mit Sicherheit nicht. "Mein Plan ist es, nochmals einen Zweijahres-Vertrag zu unterschreiben." Sein aktueller Kontrakt läuft noch bis Ende dieser Saison.

Aegerter weg, Raffin zurück

Keinen Platz mehr in der Moto2 fand hingegen nach seiner unbefriedigenden Saison im italienischen MV-Agusta-Team Dominique Aegerter. Der 29-jährige Oberaargauer fährt nun in der MotoE mit Elektro-Motorrädern, ist bei Lüthis Team Ersatzfahrer und hofft, sich für nächste Saison wieder einen Vertrag ergattern zu können.

Den umgekehrten Weg ging Jesko Raffin. Der 23-jährige Zürcher ist nach zwei Jahren Unterbruch wieder Stammfahrer in der Moto2, für das niederländische NTS-Team. Raffin kam im letzten Jahr als Ersatzfahrer immerhin zu acht Einsätzen, sieben davon für sein aktuelles Team, und konnte die Verantwortlichen dabei für einen neuen Zweijahres-Vertrag überzeugen. Er erhält also etwas Zeit, und die braucht er nach zwei Stürzen bei den Testfahrten in Jerez wohl auch. Top-Ten-Platzierungen, wie er sie in der Vergangenheit immer mal wieder erreichte, liegen aber sicher drin.

Mit 20 geplanten WM-Läufen wartet auf die Motorrad-Stars die längste Saison der Geschichte. "Das finde ich zu viel", sagt Tom Lüthi. "Entsprechend wichtig ist die Regeneration und der Energiehaushalt." Vielleicht kommt es aber am Ende gar nicht zu so vielen Rennen. Der GP Thailand, der am 22. März geplant war, wurde wegen des Coronavirus schon mal verschoben und soll im - ohnehin schon dicht gedrängten - Herbst nachgeholt werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen