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Die Lufthansa will laut einem Medienbericht einen drastischen Sparkurs einschlagen und dabei unter anderem auf vielen Langstreckenflügen die Erste Klasse abschaffen. Ausserdem soll die Flotte in den kommenden drei Jahren nicht mehr wachsen.

Dies berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag unter Berufung auf einen Brief des Leiters des Lufthansa Airlinegeschäfts Passage, Carsten Spohr, an die Mitarbeiter. Weiter soll das Geschäft ausserhalb der Drehkreuze München und Frankfurt mit demjenigen der Billigtochter Germanwings zusammengelegt werden. Unter wessen Dach bleibt offen.

Defizitäre Strecken sollen gestrichen werden und auch die Gehälter sind vor Sparmassnahmen nicht gefeit. Mit den Sparmassnahmen soll gemäss Brief das Ergebnis im Passagiergeschäft um fast eine Milliarde Euro jährlich verbessert werden und den Gewinn ab 2014 deutlich steigern. Die Massnahmen seien allerdings zum Teil noch nicht formal beschlossen.

Die Eckdaten für das Lufthansa-Sparprogramm hatte Lufthansa-Chef Christoph Franz schon im Februar genannt: Im Jahr 2015 sollten die Kosten des Konzerns um 1,5 Milliarden Euro niedriger sein also im Jahr 2011. Zu den 1,5 Milliarden Euro an Einsparungen soll die Kernmarke also knapp eine Milliarde beitragen.

Konzernweites Sparprogramm

Spurlos wird das Lufthansa-Sparprogramm SCORE auch an der Swiss nicht vorbeigehen: Am Standort Schweiz und bei der Swiss werden die Kosten überprüft. Die Schweiz sei ein relativ teurer Standort, hatte Franz Ende März in der "SonntagsZeitung" gesagt.

"Wir werden uns daher überlegen müssen, in welchem Umfang und wo wir es uns noch leisten können, personalintensive Leistungen zu erbringen", sagte Franz. In Deutschland würden Jobs wegfallen, in der Schweiz sei es Sache der Swiss, Massnahmen vorzuschlagen. Ziel sei letztlich, das Volumen im Konzern zu bündeln.

Der Lufthansa-Konzern, zu dem auch die Fluggesellschaften Swiss und Austrian Airlines gehören, hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von insgesamt rund 13 Millionen Euro gemacht.

Die Swiss hingegen hatte im Jahr 2011 einen Gewinn von rund 300 Millionen Franken erzielt. Dies war weniger als noch im Jahr zuvor. Drastisch war der Rückgang des operativen Gewinns vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres, als die Kerosinpreise stark in die Höhe schossen. Im Jahr 2012 erwartet die Swiss keine Veränderung der Situation.

Swiss auch betroffen

Am geplanten Flottenausbau und -ersatz will die Swiss dennoch festhalten. Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass auch die Swiss Ertragssteigerungsmassnahmen erarbeite. Sie hätten aber nicht dasselbe Ausmass wie die geplanten Massnahmen bei der Lufthansa-Passage.

Swiss-CEO Harry Hohmeister hatte im März in der "NZZ am Sonntag" angekündigt, 100 Millionen Franken einsparen zu wollen. Auf der Kostenseite sollte dieser Betrag bis 2015 mit einem Einstellungsstopp in der Administration und Strukturüberprüfungen erreicht werden und auf der Einnahmeseite mit Effizienzsteigerungen bei der Flotte.

Um die hohen Kerosinpreise zu kompensieren, zieht Hohmeister Aufschläge von 15 bis 20 Franken auf Ticketpreisen für Europaflüge in Betracht.

SDA-ATS