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Schweizer Männer haben die besten Chancen, nach der obligatorischen Schule direkt eine Lehre zu beginnen oder eine Mittelschule zu besuchen. Für Frauen und Personen mit Migrationshintergrund ist dies schwieriger. Neben den individuellen Faktoren spielen auch das Schulmodell und die Maturitätsquote eine Rolle.

Neun von zehn Schweizer Männern finden gleich im Anschluss an die Schule eine Lehrstelle oder treten in eine Mittelschule ein. Bei den Schweizer Frauen gelingt der nahtlose Übergang hingegen nur 75 Prozent, wie aus der am Freitag veröffentlichten Schweizer Jugendbefragung x-ch hervorgeht.

Frauen falle es oft schwerer, eine Lehrstelle zu finden, da das Angebot in typischen Frauenberufen wie etwa im Gesundheitswesen kleiner sei, erklärte Studienautor Florian Keller am Freitag vor den Medien in Bern.

Neben dem Geschlecht spielen auch die schulische Leistung und ein allfälliger Migrationshintergrund eine Rolle. Die schlechtesten Karten haben schulisch schwächere Frauen mit Migrationshintergrund: Von ihnen schafft nur jede zweite den direkten Übertritt.

Schwächere Schüler stehen je nach Schulmodell besser da

Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Kantonen: Im Tessin, im Wallis und im Jura beginnen schweizweit am meisten Jugendliche gleich nach der Schule eine Lehre oder eine Mittelschule. Dies lasse sich nicht allein durch die Wirtschaftslage erklären, sagte Keller. Vielmehr spielten die Maturitätsquote und das Schulmodell eine Rolle.

In der Studie zeigte sich, dass schulisch schwächere Jugendliche von einem kooperativen oder integrierenden Schulmodell profitieren. Besuchen sie hingegen ein typengetrenntes Modell, so finden sie häufiger gleich nach der Schule noch keine Lehrstelle.

Auch wie viele Jugendliche die Matur machen, fällt ins Gewicht: In Kantonen mit hoher Maturitätsquote gelingt es mehr Jugendlichen, nach der Schule sofort eine Berufslehre anzufangen oder an eine Mittelschule zu wechseln. Davon profitieren laut der Studie insbesondere die Frauen.

Mehr Ausbildungslose bei hoher Maturitätsquote

Die hohe Maturitätsquote hat aber auch eine Kehrseite: In den Westschweizer Kantonen und im Tessin, in denen viele Jugendliche eine Maturität erlangen, brechen überdurchschnittlich viele ihre Ausbildung ab.

Die Studienautoren führen dies darauf zurück, dass die Bedeutung der Berufslehre in diesen Kantonen geringer ist und daher mehr Jugendliche eine Ausbildung absolvieren, für die sie wenig motiviert sind - und die sie daher eher abbrechen.

Für das Berufsbildungssystem sei eine tiefe Maturitätsquote sehr wertvoll, sagte Studienautor Urs Moser. Die Frage nach der "richtigen" Quote sei aber nicht so einfach zu beantworten.

Bildungspolitische Massnahmen müssten kantonal und regional betrachtet werden, sagte Moser. Die Jugendarbeitslosigkeit, die in der Westschweiz ebenfalls höher ist, lasse sich nicht durch Quotendiskussionen lösen. Die Maturitätsquote bewegt sich in der Schweiz zwischen 12,8 (Appenzell Innerrhoden) und 30,4 Prozent (Genf).

Jeder Zehnte ohne Ausbildung

Insgesamt zehn Prozent der 19-Jährigen befinden sich in keiner Ausbildung und haben auch noch keine abgeschlossen. Besonders betroffen sind Schüler aus Sonderklassen sowie kognitiv schwache Schüler.

Am grössten ist das Risiko, ausbildungslos zu bleiben, bei denjenigen Jugendlichen, die ein Schuljahr wiederholen mussten. Dieser Effekt zeigt sich auch dann noch, wenn andere Faktoren wie etwa die Intelligenz "weggerechnet" werden.

Für die Studie wurden anlässlich der Aushebung 29'000 Schweizer Männer sowie ergänzend 1600 Frauen im Alter von 19 Jahren befragt. 3000 von ihnen hatten einen Migrationshintergrund.

Durchgeführt wurden die Befragungen in den Jahren 2006 und 2007. Trotz den Entwicklungen seither seien die Ergebnisse aber "grosso modo" noch aktuell, sagte Keller.

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SDA-ATS