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Der Mangel an Pflegepersonal ist in der Westschweiz weniger stark ausgeprägt als in der Deutschschweiz. Ein Grund für diesen Unterschied sieht der Berufsverband in den unterschiedlichen Ausbildungsstrategien.

In der Romandie werden Pflegefachpersonen mehrheitlich an den Fachhochschulen ausgebildet. Dadurch sei die Attraktivität der Pflegeberufe gewährleistet, sagte Brigitte Neuhaus, Leiterin der Abteilung Bildung beim Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner.

Die Zahl der Studierenden sei geradezu explodiert, sagte Neuhaus auf Anfrage. Sie bestätigte damit Schätzungen einer Lausanner Privatschule von vergangener Woche. Demnach verzeichneten die Westschweizer Fachhochschulen im Bereich Gesundheit zu Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres eine Zunahme von 10 Prozent bei der Zahl der Studierenden.

Gemäss Neuhaus sind die Probleme aber auch in der Romandie noch nicht behoben. In der Akutpflege könne die Nachfrage zwar gedeckt werden. In der Langzeitpflege, zu der etwa die Pflege von betagten Menschen zählt, herrsche aber nach wie vor ein Mangel an Fachkräften.

In der Deutschschweiz, wo die meisten Pflegefachpersonen in Höheren Fachschulen ausgebildet werden, präsentiert sich die Situation gemäss Neuhaus aber noch besorgniserregender. Ausbildungsplätze blieben leer und die Nachfrage können in keinem der Pflegebereiche gedeckt werden.

Strategie erfolgreich umgesetzt

Ende der 1990er Jahre hatten die kantonalen Gesundheitsdirektoren entschieden, dass die Diplomausbildung für die Pflege auf der Tertiärstufe angesiedelt werden soll. Pflegefachpersonen sollten also im Rahmen der höheren Berufsbildung oder an Hochschulen ausgebildet werden.

Die Kantone der Romandie entschieden dann 2002, Pflegefachpersonen nur noch an den Fachhochschulen auszubilden. Voraussetzung ist also in der Regel ein Maturitätszeugnis. Diese Strategie ist nach Angaben des Pflegeverbandes heute erfolgreich umgesetzt.

In der Deutschschweiz hingegen werden seit 2006 rund 90 Prozent der Pflegefachpersonen auf der Tertiärstufe B, also in den Höheren Fachschulen, ausgebildet. Dafür reicht eine berufliche Grundausbildung. Nur fünf bis zehn Prozent besuchen eine Fachhochschule. Im Tessin werden vier von zehn Pflegepersonen an der Fachhochschule ausgebildet.

Neben der Ausbildung bestehen aus der Sicht von Brigitte Neuhaus aber noch weitere Baustellen. Zahlreiche Studien würden belegen, dass etwa vorteilhaftere Arbeitsbedingungen für Frauen dazu betragen könnten, die Pflegepersonen länger im Beruf zu halten.

SDA-ATS