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Der deutsche Industriekonzern BOA setzt am Schweizer Werk in Rothenburg LU zum Kahlschlag an. Von den 168 Stellen sollen 155 abgebaut werden. Als Grund nannte das Unternehmen die Verluste des Produktionswerks. Die Gewerkschaften übten scharfe Kritik am Abbau.

Der anhaltend hohe Franken, verbunden mit der immer noch schlechten Wirtschaftslage in Europa machten die Massnahmen notwendig, teilte die Gruppe, die der US-Finanzgesellschaft AEA gehört, am Freitagnachmittag mit. Die 2012 durchgeführten Entlassungen sowie Kurzarbeit hätten nicht ausgereicht, um das Werk aus der unbefriedigenden Profitabilität zu führen.

Der Umsatz des Schweizer Werks habe sich zwischen 2008 und 2012 von 68 auf 34 Mio. Fr. halbiert, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur sda. Seit 2012 schreibe man Verluste, hiess es weiter. Die Probleme des Werks bestünden seit mehreren Jahren.

Deswegen erachte das Management die Krise als strukturell und nicht alleine konjunkturell bedingt. Die Gruppe sehe keine Perspektive für das Werk in den nächsten Jahren.

Auslagerung nach Polen, Frankreich und Deutschland

BOA plane, den Standort Rothenburg zu schliessen und die Produktion nach Frankreich, Deutschland und Polen auszulagern, teilte das Unternehmen weiter mit. Definitiv sei aber noch nichts. Für die Betroffenen gebe es einen Sozialplan.

Die betroffenen Mitarbeiter wurden am Freitagnachmittag von der Firmenleitung informiert. Nun beginnt das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren. Dabei soll zwischen Management und Angestelltenkommission erörtert werden, ob Alternativen zum weitreichenden Stellenabbau möglich seien und wie solche Alternativen aussehen könnten.

Aufrecht erhalten werden soll laut Gewerkschaftsangaben in der Luzerner Gemeinde nur ein Vertriebs- und Angebotsstandort mit lediglich noch einem Dutzend Angestellten.

"Dass der Geschäftsführer den Betrieb im Juli verliess, liess nichts Gutes ahnen", schreibt Angestellte Schweiz: Besonders bitter sei, dass auch 13 Lernende vom Abbau betroffen sein sollen. "Für die Lehrlinge ist sofort nach einer Anschlusslösung zu suchen. Sie dürfen nicht über längere Zeit im Ungewissen darüber gelassen werden, ob sie ihre Lehre fortsetzen können", forderte die Gewerkschaft.

Scharfe Kritik

Die Gewerkschaften übten scharfe Kritik: "Wieder einmal will ein in Bedrängnis geratener internationaler Konzern dort Stellen abbauen, wo es am bequemsten geht: in der Schweiz. Das ist rücksichts- und verantwortungslos und zeugt nicht von Qualitätsdenken", schreibt Angestellte Schweiz in einem Communiqué.

Dass ein Standort einzig der Gewinnmaximierung wegen geopfert werde, verurteile die Gewerkschaft Syna aufs schärfste. Das Ziel der Konsultation sei es, den Produktionsstandort zu erhalten und möglichst viele Stellen zu retten.

Man habe eine gewisse Resthoffnung, dass ein kleiner Teil der Produktion gerettet werden könnte, sagte Josef Lustenberger von der Syna auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man setze auf den Druck von Kunden, die Produkte aus der Schweiz wollten.

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SDA-ATS