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Ein Jahr nach der Entstehung der Bewegung der "Empörten" ("Indignados") haben in Spanien Tausende Menschen gegen die Spar- und Finanzpolitik ihrer Regierung demonstriert. Die Veranstalter sprachen von Hunderttausenden Teilnehmern. Kundgebungen gab es auch in anderen europäischen Städten, darunter in Zürich.

In Dutzenden spanischen Städten gab es Demonstrationen gegen die Politik von Ministerpräsident Mariano Rajoy, der in diesem Jahr mit rigorosen Kürzungen mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen will. Erst Ende April hatte die Regierung angekündigt, die Bildungsausgaben um drei Milliarden Euro kürzen zu wollen.

Mit ihren Kundgebungen unterstrich die spanische Protestbewegung, dass sie in der Bevölkerung nach wie vor einen beträchtlichen Rückhalt geniesst.

Bei der Entstehung der Bewegung im Mai 2011 waren Hunderttausende Spanier auf die Strassen gegangen und hatten Zeltlager in den Innenstädten eingerichtet. Die Proteste richten sich gegen die Arbeitslosigkeit, die Politik der etablierten Parteien und gegen die Macht der Banken.

18 Festnahmen in Madrid

In Madrid löste die Polizei am Sonntag eine Kundgebung von mehreren Hundert Demonstranten auf, die die Nacht auf dem Platz Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt verbracht hatten. Nach Polizeiangaben gab es 18 Festnahmen, zwei Beamte wurden leicht verletzt. Den Festgenommenen wurde Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt.

Die Sicherheitskräfte wollten mit der Aktion verhindern, dass die Demonstranten auf dem Platz wie vor einem Jahr eine Zeltstadt errichteten. Auch in Valencia, Cádiz und Palma de Mallorca löste die Polizei nächtliche Kundgebungen auf. In Barcelona dagegen schritt die Polizei nicht ein, als Demonstranten mehrere Zelte auf der Plaça de Catalunya aufbauten.

Lissabon, London und Zürich

Auch in anderen Ländern - etwa in Portugal und Grossbritannien - gab es Proteste. In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon versammelten sich 2000 Demonstranten. Portugal wurde wie das Nachbarland Spanien von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent; in Spanien waren es zuletzt sogar über 24 Prozent.

In London nahm die Polizei nach Ausschreitungen bei einem Protestmarsch der kapitalismuskritischen "Occupy"-Bewegung elf Demonstranten fest. Insgesamt demonstrierten am Samstag rund 300 Menschen im Londoner Finanzdistrikt und vor der Börse und versuchten unter anderem, Zelte vor der Bank of England aufzuschlagen.

Kleinere Demonstrationen fanden zudem in Zürich und Frankfurt statt. Am Paradeplatz war es nur ein knappes Dutzend Leute, vor der Frankfurter Börse versammelten sich gegen 50 Menschen.

SDA-ATS