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Die Pläne für ein Masterstudium Medizin im Tessin werden konkreter. Studenten sollen ab dem Jahr 2017 die Möglichkeit haben, ihre klinisch-praktische Ausbildung im Südkanton zu absolvieren.

Die entsprechende Regierungsbotschaft wurde am Montag in Bellinzona TI präsentiert. Geplant ist, die Universität della Svizzera italiana (USI) in Lugano TI um die Fakultät "Biomedizinische Wissenschaften" zu erweitern.

Einen naturwissenschaftlichen Fachbereich gibt es bisher im Tessin nicht. Im Rahmen dieses neuen Instituts soll in Zukunft der Masterstudiengang Medizin geschaffen werden.

Zusammenarbeit mit anderen Universitäten

Die USI arbeite dabei eng mit anderen Schweizer Universitäten zusammen, sagte am Montag der Präsident der Tessiner Universität, Piero Martinoli. Eine Partnerschaft mit der Universität Basel garantiere die Anerkennung der Abschlüsse. Neben Basel würden auch Zürich und Freiburg ihre Bachelor-Studiengänge entsprechend ausrichten.

Das Angebot im Tessin bleibe erst einmal auf das Masterstudium, sprich das vierte bis sechste Ausbildungsjahr, beschränkt. Für die klinisch-praktische Arbeit, die den Schwerpunkt dieser Semester bildet, ist die Zusammenarbeit mit diversen Tessiner Spitälern sowie hochkarätigen Forschungsinstituten, darunter das "Istituto di ricerca in biomedicina" (IRB), vorgesehen.

Ärztemangel entgegenwirken

Ziel des Projekts sei unter anderem, dem Ärztemangel entgegen zu wirken, sagte Martinoli. Angestrebt würden Jahrgänge mit jeweils rund 70 Studenten. Die Partneruniversitäten könnten ihre Kapazitäten für die ersten drei Jahre entsprechend erhöhen. Gemäss Regierungsbotschaft liege der Engpass derzeit bei der klinischen Ausbildung.

Die Kosten pro Jahr werden auf rund 23 Mio. Franken geschätzt, wie Sandro Rusconi vom kantonalen Erziehungsdepartement erläuterte. Davon sollten gut 17 Mio. Franken über diverse Zuschüsse und Gebühren wieder hereinkommen. Der Kanton habe demnach alljährliche Kosten in der Höhe von sechs Millionen Franken zu tragen.

Mehrwert für Tessiner Kliniken

Staatsratspräsident Paolo Beltraminelli hob den Mehrwert der neuen Fakultät für das Tessiner Gesundheitswesen hervor. Die Kliniken im Tessin würden von der Zusammenarbeit mit der Universität qualitativ profitieren. Chefärzte, die einen Lehrstuhl inne hätten, seien eng in die Forschung involviert.

Auch Risiken wurden im Rahmen der Medienkonferenz benannt. Unter anderem gehörte dazu die Frage, ob genug Studenten aus der Deutsch- oder Westschweiz Interesse haben, für ihren Master ins Tessin zu wechseln. Gemäss Staatsrat Manuele Bertoli sollte es aber ein Anreiz für angehende Ärzte sein, Erfahrungen im italienischen Sprachraum sammeln zu können.

Der grosse Rat wird noch über die Pläne der Regierung und der USI entscheiden müssen.

SDA-ATS