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Max Göldi muss noch 25 Tage im Gefängnis in Libyen bleiben

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 17:18 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Der Schweizer Geschäftsmann Max Göldi muss fast die ganze Strafe absitzen, die ihm ein libysches Gericht für angebliche Verstösse gegen Einwanderungs- und andere Gesetze aufgebrummt hat: Göldi kommt demnach am 12. Juni frei, wie sein Anwalt erklärte.
Von den 58 Tagen, die er zwischen Juli und September 2008 in einem libyschen Gefängnis zugebracht hatte, werden nur gerade acht an die Strafe angerechnet, wie Göldis Anwalt Salah Zahaf der Nachrichtenagentur AFP sagte.
"Er muss damit nur noch 25 Tage im Gefängnis bleiben", erklärte Zahaf. Derzeit werde das administrative Prozedere in Gang gesetzt, um Göldis Freilassung auf den 12. Juni vorzubereiten. Ob der Schweizer dann auch das Land verlassen darf, sagte Zahaf nicht.
Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gab zu den Aussagen Zahafs keinen Kommentar ab. Amnesty International liegen keine Informationen über eine bevorstehende Entlassung Göldis vor, wie die Sprecherin der Organisation, Manon Schick, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte.
Hasni Abidi, Leiter des Forschungszentrums für arabische Länder in Genf, hält auch eine frühere Entlassung für möglich.
Göldi habe sich am 22. Februar den Behörden gestellt und sich seither nichts zu Schulden kommen lassen, erklärte Abidi. In Tripolis werde diskutiert, ob das Regime nicht "eine Geste" machen sollte, um die diplomatischen Bemühungen der Schweiz und der Europäischen Union in den vergangenen Wochen zu würdigen.
Die Regierung Libyens wolle den Schweizern möglicherweise auch beweisen, dass die Justiz des Landes unabhängig arbeite, sagte Abidi. Der Experte schliesst jedoch auch nicht aus, dass es in letzter Minute zu neuen Komplikationen kommen könnte.
Die Absichten der "wirklich Interessierten", also der Familie des Machthabers Muammar Gaddafi, seien nicht bekannt. Hardliner in Tripolis befürchteten wohl, dass sie mit der Freilassung von Max Göldi das entscheidende Druckmittel gegen die Schweiz verlören.
Alles hänge von den Stärken der unterschiedlichen Kräfte im politischen Gefüge des Wüstenstaates ab, betonte Abidi. Max Göldi wird seit fast zwei Jahren in Libyen festgehalten. Er ist Opfer von Spannungen zwischen der Schweiz und Libyen.

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