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Berlin/München - Nach der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg schieben die Beteiligten die Schuld hin und her. Die Polizei hatte im Vorfeld der Party gegenüber dem Veranstalter und der Stadt Bedenken am Sicherheitskonzept geäussert - stiess dabei aber offenbar auf massiven politischen Widerstand.
"Die Polizei in Duisburg hat ihre Bedenken in mehreren Workshops und Besprechungen deutlich gemacht", sagte ein Beamter in Duisburg einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge. Der Veranstalter habe darauf aber nicht reagiert.
Laut einem Bericht der Zeitung "Kölner Stadt-Anzeiger" wurden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung systematisch unter Druck gesetzt, die Sicherheitsbedenken fallen zu lassen. Die Behörden hätten sich bis zuletzt überlegt, ob sie die Techno-Parade absagen sollten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen "Insider".
Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland habe die Genehmigung für die Loveparade erst am Samstagmorgen, wenige Stunden vor Beginn der Party unterschrieben, schreibt auch die "Kölnische Rundschau". Noch am Freitagabend sei mit Polizei und Feuerwehr heftig über Sicherheitsbedenken diskutiert worden.
Sauerland widerspricht VorwürfenSauerland sagte dagegen der "Rheinischen Post", er habe nichts von Sicherheitsbedenken vor Beginn der Loveparade gewusst. "Mir sind keine Warnungen bekannt", sagte er der Zeitung.
Es gebe bei der Planung solcher Veranstaltungen immer kritische Stimmen, die man auch immer sehr ernst nehme. Aufgabe der Stadt sei es zu prüfen, ob beantragte Veranstaltungen durchgeführt werden könnten, sagte der CDU-Politiker. "Und genau das haben wir auch in diesem Fall gewissenhaft getan."
Auch Loveparade-Organisator Rainer Schaller wehrte Kritik gegen ihn ab - und verwies auf die Polizei. Das Unglück sei womöglich durch eine Anweisung der Beamten ausgelöst worden, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Polizei habe die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang zu öffnen, obwohl Überfüllung drohte.
Das Gelände war für den Ansturm der Massen nicht ausgelegt, ein Zugangstunnel wurde zur Todesfalle. Bei der Massenpanik kamen am Samstag 20 Menschen ums Leben. Mehr als 500 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
Trauerfeier für Opfer am Samstag
In Duisburg soll am Samstag auf einer zentralen Trauerfeier der Opfer der Loveparade-Katastrophe gedacht werden. Die Zeremonie sei in einer Kirche geplant, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Details würden noch geklärt.
Zu der Trauerfeier, für die unter anderem auch die Teilnahme von Bundespräsident Christian Wulff geplant ist, werden auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet.

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SDA-ATS