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Stadt unter Feuer: Soldaten am Rand der nordirakischen Metropole Mossul, die sie von den sunnitischen Fanatikern des so genannten Islamischen Staates (IS) befreien wollen. (Aufnahme vom November 20116)

KEYSTONE/AP/HADI MIZBAN

(sda-ats)

Bei einer gewaltigen Explosion während der Offensive gegen die IS-Terrormiliz in der nordirakischen Grossstadt Mossul sind Berichten zufolge mehr als hundert Zivilisten getötet worden.

Ein irakischer General erklärte am Donnerstag, unter Gebäudetrümmern seien 108 Leichen geborgen worden, darunter Frauen und Kinder. Ein Aktivist mit dem Decknamen "Mosul Eye" meldete mehr als 130 Tote. Der kurdische Fernsehsender Rudaw spricht sogar von 230 Opfern.

Die Ursache der Explosion ist unklar. "Mosul Eye" berichtete, ein Luftangriff auf das Viertel Al-Dschadida in West-Mossul habe am Mittwoch einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen getroffen. Danach habe es eine doppelte Explosion gegeben. Irakische Sicherheitskräfte hätten das Gebiet ebenfalls beschossen.

Der Aktivist "Mosul Eye" hatte bis vor kurzem anonym unter Lebensgefahr direkt aus Mossul berichtet, die Stadt aber vor einigen Wochen aus Sicherheitsgründen verlassen.

Der irakische General Mohammed al-Dschaburi berichtete hingegen der Nachrichtenagentur dpa, die IS-Terrormiliz habe mehrere Häuser mit Sprengladungen versehen. Diese seien explodiert, als die Bewohner nach der Befreiung des Viertels in die Gebäude zurückgekehrt seien.

Mossul ist die letzte Hochburg der sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) im Irak. Die Offensive auf die Stadt hatte im vergangenen Oktober begonnen. Im Januar konnten die irakischen Sicherheitskräfte den Osten Mossuls einnehmen.

Seit Februar läuft der Angriff auf den Westen der Stadt mit der historischen Altstadt - es ist der am dichtesten bewohnte Teil der ganzen Stadt. Berichten zufolge nutzt der IS Zivilisten als menschliche Schutzschilde.

400'000 Menschen eingekesselt

Nach UNO-Angaben sind in West-Mossul noch etwa 600'000 Menschen. Allein in der Altstadt seien 400'000 Menschen eingekesselt und würden von IS-Kämpfern eingeschüchtert, sagte Bruno Geddo, Einsatzleiter des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Die Menschen hätten kaum zu essen und müssten Möbel und Kleidung verbrennen, um bei heftigem Regen und in kühlen Nachtstunden zu überleben.

IS-Kämpfer drohten jedem, der die Flucht wage, mit Erschiessung, erklärte Geddo weiter. Die Flucht sei nur aus befreiten Gebieten möglich. Infolge der Kämpfe schwelle der Flüchtlingsstrom deutlich an.

Etwa 8000 bis 12'000 Menschen kämen inzwischen täglich von Panik gekennzeichnet in dem Auffanglager Hammam al-Alil rund 20 Kilometer südlich von Mossul an. 158'000 seien seit Beginn der Offensive in West-Mossul geflüchtet. Zudem seien noch gut 110'000 Menschen aus dem bereits befreiten Ost-Mossul in den Lagern.

SDA-ATS

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