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Mit einer neuen Elefantenanlage realisiert der Zoo Basel ein weiteres Grossprojekt. Bis im Herbst 2016 soll der Lebensraum der derzeit fünf Zolli-Elefanten von 2000 auf 5000 Quadratmeter vergrössert werden. Die Kosten sind auf 28 Millionen Franken veranschlagt.

Die neue Anlage ist Voraussetzung für eine neue, zeitgemässere Form der Elefantenhaltung und soll den schweren Tieren zu mehr Bewegung und Beschäftigung verhelfen, wie die Zoo-Verantwortlichen am Mittwoch vor den Medien sagten. Mit dem Bau soll im August begonnen werden.

Platz kann unter anderem dadurch gewonnen werden, dass das heute quasi quer in der Landschaft stehende Elefantenhaus abgebrochen und der Neubau entlang der Zoo-Mauer erstellt wird. Auch die Verlegung der Katta-Anlage gereicht den afrikanischen Elefanten zum Vorteil.

Statt 1750 stehen den Elefanten im Freien künftig 4180 Quadratmeter zur Verfügung. Die mehrfach unterteilbare Aussenanlage mit Kunstfelsen, Bäumen und begehbaren Trenngräben soll vom Bullen und den vier Kühen zeitweise gemeinsam genutzt werden. Zudem sollen Suhlen, Bäder, Duschen und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten den Alltag der Dickhäuter spannend gestalten.

Für das Publikum wird rund um die Anlage ein neuer Weg angelegt, der auch durch das Elefantenhaus mit der neuen Freilaufhalle führt. Ein besonderer Blick auf die naturnah gestaltete Savannenlandschaft wird sich von einer von Bäumen umgebenen Aussichtsplattform bieten.

Künftig geschützter statt direkter Kontakt

Für die Tierpfleger und -ärzte ist die neue Elefantenanlage mit einem grundlegenden Wandel beim Umgang mit den bis zu fünf Tonnen schweren Tieren verbunden. Mit den Elefanten wird künftig nicht mehr in direktem, sondern nur noch in geschütztem Kontakt gearbeitet.

Das bedeutet, dass der Elefantenpfleger in Zukunft nicht mehr in die Gruppenhierarchie eingreift und die Rolle des Alphatiers übernimmt. Statt mit dem Elefantenhaken sollen die Tiere mit Belohnungen so dirigiert werden, dass ihnen durch ein schweres Eisengitter hindurch etwa die Füsse und allfällige Wunden gepflegt werden können.

Bereits sind im Zolli Pfleger und Elefanten daran, die neue Trainingsmethode zu üben. Zoo-Tierarzt und Elefanten-Kurator Stefan Hoby begründete die Abkehr vom direkten Kontakt auch mit Sicherheitsaspekten. Immer wieder gebe es schwere Unfälle mit Elefanten. Auch im Zoo Basel war in den 1930-Jahren ein Pfleger ums Leben gekommen.

Hoffen auf Nachwuchs

Nach Angaben Hobys hat die neue Anlage mehr Platz als derzeit nötig: Ausgerichtet ist sie auf sechs erwachsene Elefanten und ein bis zwei Jungtiere. Die Zolli-Verantwortlichen hoffen denn auch, dass sich auf der neuen Anlage bald Nachwuchs einstellt. Solchen hat es in Basel letztmals vor rund 22 Jahren gegeben.

Die geplante Elefantenanlage hat in Basel bereits zu Kritik geführt, weil wegen des Projekts im Zolli 72 Bäume gefällt werden müssen. 56 davon sind gemäss einem kantonalen Gesetz geschützt, weil sie einen Stammumfang von mehr als 90 Zentimeter aufweisen. Laut dem Zoo sind jedoch Ersatzpflanzungen vorgesehen. Zudem habe die Baumschutzkommission der Fällung zugestimmt.

Die Finanzierung der Elefantenanlage ist noch nicht vollumfänglich gesichert. Von den nötigen 28 Mio. fehlen noch 10 Mio. Franken. Falls sich nicht genug Mäzene finden lassen, will der Zolli auch die Öffentlichkeit bei der Geldbeschaffung einbeziehen.

Die vier Elefantenkühe können während der Bauarbeiten im Zolli bleiben. Der Bulle muss dagegen vorübergehend in einen anderen Zoo ausquartiert werden. In welchen, ist noch offen.

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SDA-ATS