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Mehr als ein Dutzend Kreuzigungen auf den Philippinen

In einem umstrittenen Karfreitagsritual haben sich auf den Philippinen mehr als ein Dutzend Menschen an Kreuze nageln lassen. Vor zehntausenden Schaulustigen wollten sie nach eigenen Angaben an die Leiden Jesu erinnern und Sünden sühnen.

Die katholische Kirche verurteilt das Ritual. Wer daran teilnehme, verstehe die Osterbotschaft nicht, sagte Erzbischof Paciano Aniceto. "Die Kirche verlangt keine körperliche Pein", betonte er.

In den Provinzen Pampanga und Bulacan, rund 75 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila, zogen am Freitagmorgen schon Dutzende Männer barfuss durch die Strassen und schlugen sich selbst mit Peitschen, an deren Ende Glassplitter gebunden waren, auf den Rücken. Auch die Selbstkasteiung ist als Sühne für begangene Sünden gedacht.

In der Ortschaft San Pedro Cutud liess sich der Maler Ruben Enaje zum 25. Mal ans Kreuz nageln. Er hatte vor Jahren einen gefährlichen Sturz überlebt und tut dies nach eigenen Angaben aus Dankbarkeit für seine Rettung. "Niemand kann mich aufhalten", sagte er.

Verbot für Ausländer

Ausländern ist die Teilnahme an dem Spektakel verboten, seit sich 1997 ein Japaner ans Kreuz nageln und dies heimlich für einen Pornofilm aufzeichnen liess. Vor zwei Jahren schaffte es allerdings ein Australier, der vorgab, dass seine Mutter Krebs habe und er mit dem Opfer hoffe, sie zu heilen. In Wirklichkeit handelte es sich um einen Comedy-Star, der die Aufnahmen nachher in einer Sendung verwendete.

Am Karfreitag gedenken Christen der Leidenszeit und des Todes Jesu. Der biblischen Überlieferung nach wurde der Sohn Gottes an diesem Tag in Jerusalem verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt.

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