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Ein früherer Mitarbeiter des Atomforschungszentrums (CERN) bei Genf ist wegen Terrorismus zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, eines davon auf Bewährung. Dies entschied die Strafkammer am Freitag in Paris.

Der 35-jährige französisch-algerische Doppelbürger wurde für schuldig befunden, mit einem mutmasslichen Vertreter des nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegers per E-Mail Attentatspläne erörtert zu haben. Der Astrophysiker ist seit zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft verlangt. Der Mann sei ein technischer Berater für Attentate gewesen, zeigte sich die Anklage überzeugt.

Die Verteidigung des Wissenschafters forderte dessen Freilassung. Er habe nie seinen Arbeitsplatz verlassen und seinen islamistischen Gesprächspartner nie persönlich getroffen. Das Urteil sei von einer "empörenden Ungerechtigkeit". Er könne derzeit nicht sagen, ob sein Mandant Berufung einlegen wolle, sagte der Verteidiger.

Im Zentrum des Prozesses standen rund 35 E-Mails, die zwischen dem ehemaligen CERN-Mitarbeiter und einem mutmasslichen Al-Kaida-Kontaktmann verschickt worden sein sollen.

Anschlagsziele

Darin war die Rede von möglichen Anschlagszielen in Frankreich und Europa, unter anderem die Luftwaffenbasis Cran-Gévrier im Osten Frankreichs. In Cran-Gévrier werden Soldaten für den Afghanistan-Einsatz ausgebildet.

Während des Prozesses begründete der Angeklagte den Inhalt der belastenden Mails mit seiner damals schlechten körperlichen und geistigen Verfassung. Er war wegen eines Bandscheibenvorfalls krank geschrieben.

Er bestreite nicht, dass er eine turbulente Zeit durchlebt habe. Er habe gebüsst dafür, sagte er Ende März vor Gericht. Er warf den Untersuchungsbehörden unehrliche und ungenaue Methoden vor. Der Mann war am 8. Oktober 2009 im ostfranzösischen Vienne bei seinen Eltern festgenommen worden.

SDA-ATS