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Menschenrechtler beklagen Polizeigewalt in Brasilien

Dieser Inhalt wurde am 08. Dezember 2009 - 17:51 publiziert
(Keystone-SDA)

São Paulo - Die Polizei in Rio de Janeiro und São Paulo ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für exzessive Gewalt und "illegale Hinrichtungen" verantwortlich. Jedes Jahr würden in den beiden grössten brasilianischen Städten mehr als 1000 Menschen von Polizisten getötet.
In vielen Fällen handle es sich um legitime Selbstverteidigung, in vielen anderen Fällen aber um "illegale Exekutionen", hiess es in einem 122-seitigen Bericht. Seit 2003 habe die Polizei von Rio und São Paulo mehr als 11'000 Menschen getötet.
Der Bericht beruht auf einer zweijährigen Untersuchung der Polizeipraktiken in beiden Städten. "Human Right Watch" untersuchte insgesamt 51 Fälle und interviewte Staatsanwälte, Angehörige von Opfern, ranghohe Polizeibeamte sowie Ombudsleute.
Vor allem in Rio kommt es immer wieder zu Schiessereien zwischen der Polizei und den in den Armensiedlungen (Favelas) "regierenden" Drogenbanden. Nach gängiger Polizeidarstellung handelt es sich bei den getöteten Opfern um "Kriminelle", die sich mit Waffengewalt der Festnahme widersetzten.
Nach solchen Einsätzen manipulierten oder unterschlügen die Polizeibeamten "routinemässig" wichtiges Beweismaterial, ohne das aber die Rechtmässigkeit der Tötung nicht zu klären sei, kritisierte die Organisation.
Eine "übliche Technik" sei, die Leiche eines Opfers vom Einsatzort zu entfernen und unter dem Vorsatz der Lebensrettung in ein Spital zu bringen. Diese "falsche Rettung" diene dazu, belastendes Beweismaterial bei Seite zu schaffen und die Fassade der Polizei zu schützen.

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