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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft scharf kritisiert. Sie drohte der Wirtschaft mit staatlichen Massnahmen.

Auf einer Tagung zum Thema "Familienfreundliche Arbeitszeiten" sagte Merkel am Dienstag in Berlin, es sei ein "ziemlicher Skandal", dass in den 200 grössten deutschen Unternehmen nur drei bis vier Prozent dieser Funktionen mit Frauen besetzt seien.

Trotz der vor zehn Jahren vereinbarten Selbstverpflichtung sei wenig passiert. Die Bundesregierung wolle den Unternehmen "noch eine Chance" geben, an der Situation etwas zu verbessern. "Seien Sie kreativ, sonst werden wir kreativ sein", rief Merkel den anwesenden Spitzenvertretern der Wirtschaftsverbände zu.

Die schnelle Einführung einer gesetzlichen Quote von Frauen in Firmenvorständen und Aufsichtsräten, wie es Arbeitsministerin Ursula von der Leyen befürwortet, hatte die Kanzlerin jedoch abgelehnt.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es nach Ansicht Merkels bei der Schaffung von familienfreundlichen Arbeitszeiten in der Wirtschaft. Darauf legten auch immer mehr junge Väter Wert. "Der Wunsch nach mehr Zeit für Familie steht bei berufstätigen Eltern ganz oben auf der Prioritätenlisten", erklärte auch Familienministerin Kristina Schröder. Zugleich müssten sich die Unternehmen wegen Fachkräftemangels als "attraktive Arbeitgeber" in Position bringen.

In einer von Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertretern unterzeichneten Charta wird dazu aufgerufen, die Chancen familienbewusster Arbeitszeiten aktiver zu nutzen. Im Frühjahr 2013 soll eine Bilanz gezogen werden. Als vage Versprechungen kritisierte die Opposition den Vorstoss. Selbstverpflichtungen reichten nicht aus, erklärte die SPD-Familienpolitikerin Caren Marks.

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SDA-ATS