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Migros-Bank-Chef Harald Nedwed will die teilweise Weitergabe von Negativzinsen an vermögende Kunden prüfen. Damit müssten Sparguthaben weniger stark durch Hypotheken quersubventioniert werden - die Bank könnte Hypotheken wieder günstiger anbieten.

KEYSTONE/SAMUEL TRUEMPY

(sda-ats)

In absehbarer Zeit werden viele Banken Negativzinsen teilweise an ihre Kunden weitergeben. Das erwartet Migros-Bank-Chef Harald Nedwed. Auch die Migros-Bank werde 2017 ernsthaft über Negativzinsen nachdenken müssen. Kleinsparer haben allerdings nichts zu befürchten.

Wie alle Schweizer Inlandbanken, die schwergewichtig im Zinsdifferenzgeschäft tätig seien, sei die Lage wegen der Negativzinsen für die Migros Bank sehr schwierig, sagt Nedwed im Interview mit der "NZZ am Sonntag".

Das Problem der Banken beschreibt er folgendermassen: Wegen der Negativzinsen sei heute ein Sparkonto selbst bei einem Zinssatz von 0 Prozent zu hoch verzinst. Diese überhöhten Sparzinsen würden durch eine Quersubventionierung zulasten der Hypothekarschuldner finanziert. Weil Pensionskassen und Versicherer dieses Problem nicht hätten, könnten sie Hypotheken günstiger anbieten. Sprich: Die Banken büssen an Wettbewerbsfähigkeit ein.

Zinsanstieg nur vorübergehend

Die Lösung für dieses Problem sieht der Migros-Bank-Chef darin, die Negativzinsen teilweise an die Kunden weiterzugeben. Zwar seien die Zinsen jetzt ein bisschen gestiegen, "aber das ist vermutlich nur ein vorübergehender Trump-Effekt."

2017 werde die Migros-Bank ernsthaft über Negativzinsen nachdenken müssen. Kleinsparer haben allerdings keine Negativzinsen auf ihren Guthaben zu befürchten. Laut Nedwed wären Kunden mit einem Kontostand ab einer Million betroffen.

Den Negativzinsen eine Absage erteilt hatte am Samstag hingegen Raiffeisen-Chef Patrik Gisel in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". "Bevor wir auch nur daran denken, Negativzinsen für Privatkunden einzuführen, werden wir nach Kompensationsmöglichkeiten suchen", sagte Gisel. "Die Kunden von Raiffeisen würden Negativzinsen nicht verstehen."

Gebühren für Grossanleger verbreitet

Als erste grosse Schweizer Bank hatte im November Postfinance offiziell eine Limite eingeführt, ab der sie Strafzinsen einkassiert. Ab Beträgen von einer Million Franken müssen Postfinance-Kunden eine Gebühr von einem Prozent bezahlen. Anders als andere Institute kann Postfinance Verluste bei Kundeneinlagen nicht im Kredit- und Hypothekargeschäft ausgleichen, da für sie ein Kreditvergabeverbot gilt.

Bereits vor November verlangte die Post-Tochter von Grösstkunden und institutionellen Anlegern auf Beträgen über einem individuellen Schwellenwert eine Guthabengebühr von 1 Prozent. Andere Banken handhaben dies ähnlich.

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SDA-ATS