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Beim Bau der Sportanlagen für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sind laut einer Studie Milliardensummen veruntreut worden. Demnach flossen umgerechnet 24 bis 29 Milliarden Franken der für die Baumassnahmen veranschlagten fast 48 Milliarden Franken ab.

Das Geld sei von Präsident Wladimir Putin und ihm nahestehenden Industriemagnaten in dunkle Kanäle abgezweigt worden, schreiben der Oppositionsführer Boris Nemzow und der Regierungskritiker Leonid Martynjuk in einem am Freitag veröffentlichten Bericht.

"Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind zu einem gigantischen Betrug geworden", bilanzierten Martynjuk und Nemzow, der in den 90er Jahren selbst einmal stellvertretender Regierungschef war. Nach eigenem Bekunden basieren ihre Ergebnisse auf einer sechsmonatigen Studie verfügbarer Daten zu den erwarteten Kostensteigerungen und Vergleichen mit früheren Olympischen Spielen.

Kosten vervierfacht

2007 hatte Russland erklärt, 12 Milliarden Dollar für die Winterolympiade aufbringen zu müssen - jetzt wird mit gegen 50 Milliarden Dollar gerechnet.

Für die Spiele sollen in Sotschi und dem Hinterland der Küstenstadt am Schwarzen Meer nicht nur neue Sportstätten gebaut und bestehende Anlagen repariert werden, sondern auch Strassen und Hotels erneuert sowie zusätzliche Eisenbahnstrecken und ein Hochgeschwindigkeitszug-System geschaffen werden.

Enger Bezug zu Putin

Fast alle Projekte wurden an Grosskonzerne vergeben, die entweder direkt im Besitz des Staates sind, oder deren schwerreiche Eigentümer enge Beziehungen zum Kreml pflegen.

"Fehlender Wettbewerb, Vetternwirtschaft und strikte Zensur aller Informationen zu den Olympischen Spielen haben zu einer gewaltigen Kostenexplosion und geringen Qualität der Anlagen geführt", heisst es in dem Bericht. "Die Olympischen Spiele sind Putins persönliches Projekt. Und es ist klar, wer das Geld gestohlen hat: Nämlich diejenigen, die mit Putin klüngeln."

Der für die Spiele verantwortliche Vize-Ministerpräsident Dmitri Kosak wies die Vorwürfe zurück. Das Präsidentenbüro äusserte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Der Kreml hat in der Vergangenheit aber schon mehrfach kritische Berichte Nemzows als Pamphlete abgetan, die auf Hörensagen und Spekulationen basierten.

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SDA-ATS