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Ein afghanischer Soldat sichert das Gelände um die attackierte Militärakademie in Kabul.

KEYSTONE/AP/RAHMAT GUL

(sda-ats)

Bei einem Angriff von fünf schwer bewaffneten Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Einrichtung der afghanischen Streitkräfte in Kabul sind nach offiziellen Angaben mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter vier der Angreifer.

Zwei Angreifer hätten sich in die Luft gesprengt, zwei weitere seien erschossen und einer verhaftet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Daulat Wasiri, am Montagmorgen. 16 afghanische Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt. Zuvor hatte es geheissen, es seien fünf Soldaten getötet und zehn verletzt worden.

Der Angriff galt Wasiri zufolge einem Stützpunkt der 111. Brigade in der Nähe der Marschall-Fahim-Militärakademie. Er widersprach damit Meldungen, dass die grosse Militärhochschule selbst angegriffen worden sei. Das hatten zuvor unter anderem der Präsidentenpalast, ein in der Gegend lebender Offizier und afghanische Medien berichtet.

Es wurde nicht unmittelbar klar, ob es um ein weiteres Versagen von Sicherheitskräften beim Schutz schwer bewachter Einrichtungen handelte. Satellitenbilder zeigen die beiden Militäreinrichtungen in der afghanischen Hauptstadt sehr nahe beieinander. Bereits im Oktober waren am Tor der Akademie bei einem Selbstmordattentat der Taliban auf einen Bus voller Kadetten mindestens 15 Menschen getötet worden.

Im Schutze der Dunkelheit hatten die Islamisten gegen fünf Uhr morgens ihren Angriff begonnen. Die Kämpfe endeten Wasiri zufolge nach knapp fünf Stunden am Vormittag.

IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag für sich

Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) reklamierten den Überfall für sich, wie die Site Intel Group unter Berufung auf das IS-Propagandaorgan Amaq mitteilte.

Die Terrormiliz war in Afghanistan erst Anfang 2015 aufgetaucht, und die USA und die afghanische Regierung bekämpfen sie seitdem. Regelmässig wird der IS für so gut wie geschlagen erklärt. Trotzdem ist es den Extremisten gelungen, Attentate vor allem in der Hauptstadt Kabul auszuweiten. Der IS-Experte des Rechercheinstituts International Crisis Group (ICG), Borhan Osman, hatte für das Jahr 2017 allein in Kabul 16 IS-Anschläge mit mehr als 270 Toten gezählt.

Vierter Anschlag in einem Monat

Es war der vierte schwere Vorfall in Kabul im Januar. Rund 150 Menschen kamen bei diesen Anschlägen und Angriffen ums Leben. Erst am Samstag hatte sich im Stadtzentrum ein Selbstmordattentäter der Taliban in die Luft gesprengt und mehr als 100 Menschen getötet.

Eine Woche zuvor hatten Talibankämpfer in einem 17-stündigen Angriff auf das grosse Hotel Intercontinental mindestens 20 Menschen getötet, darunter eine deutsche Entwicklungshelferin. Anfang Januar waren bei einem Selbstmordattentat des IS auf einen Sicherheitsposten mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. 2017 waren bei mehr als 20 schweren Anschlägen mehr als 500 Menschen getötet worden.

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