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Bei einem Anschlag vor einer Moschee bei Damaskus sind am Freitag mindestens 20 Menschen getötet worden. Die heftige Explosion habe sich in der Stadt Suk Wadi Barada rund 40 Kilometer nordwestlich der syrischen Hauptstadt ereignet, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Unter den Opfern seien auch drei Kinder, zudem seien dutzende Menschen verletzt worden, erklärte die in London ansässige oppositionsnahe Organisation.

Suk Wadi Barada wird von den Rebellen kontrolliert, aber von den Regierungstruppen belagert. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, es sei eine Autobombe explodiert, als "Terroristen" Sprengstoff in den Wagen nahe einer Moschee geladen hätten. Als Terroristen bezeichnet die Regierung alle Aufständischen.

Bei Gefechten zwischen der Armee und Rebellen kamen derweil östlich der Hauptstadt Damaskus mehrere Dutzend Kämpfer ums Leben. Die Armee tötete nach Angaben staatlicher Medien 41 Dschihadisten (Gotteskrieger). Bei einem Angriff der Soldaten in der Nähe von Al-Otaiba seien zudem zehn weitere Aufständische verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur Sana. Unter ihnen seien auch Kämpfer aus Saudi-Arabien, Katar und dem Irak gewesen.

Massenexodus aus der Provinz Aleppo

Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat aus der umkämpften syrischen Provinz Aleppo ein Massenexodus eingesetzt. Seit Beginn neuer Kämpfe und Luftangriffe am 8. Oktober seien aus der Region Al-Safira rund 130'000 Bewohner geflohen, das sei "fast die gesamte Zivilbevölkerung der Stadt Al-Safira und der umliegenden Flüchtlingslager, in denen MSF Hilfe leistete", teilte die Organisation in Paris mit.

Innerhalb von fünf Tagen seien bei den Kämpfen mindestens 76 Menschen getötet und 450 weitere verletzt worden.

"Die extrem brutalen Angriffe zwangen Menschen, die wegen des Bürgerkriegs bereits geflohen waren, zur weiteren Flucht", erklärte Projektleiterin Marie-Noëlle Rodrigue. Sie kämen nun in Gebiete, in denen sich bereits viele Vertriebene aufhielten und "sehr wenige Hilfsorganisationen mit einer grossen Notlage" konfrontiert seien. 100'000 mittellosen Neuankömmlingen stehe ein weiterer Kriegswinter bevor.

UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos verlangte vom UNO-Sicherheitsrat, "nachhaltigen Druck" auf die Bürgerkriegsparteien auszuüben, um die so dringend gebrauchte Hilfe ins Land zu lassen. Wegen der Kämpfe seien viele Wege für humanitäre Hilfe abgeschnitten.

Zahllose Menschen erlitten einen "stillen Tod", weil sie etwa keine Medikamente gegen Krebs oder Diabetes mehr bekämen. "Worte können kein Bild der grausamen Wirklichkeit in Syrien zeichnen", sagte sie vor dem Sicherheitsrat.

Brahimi kommt mit Vermittlung nicht voran

Auch die diplomatischen Bemühungen kommen nicht voran: Am Donnerstag traf sich der Sondergesandte der UNO und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, in der Türkei mit Vertretern der Freien Syrischen Armee (FSA), einem Sammelbecken der bewaffneten Aufständischen, um sie zur Teilnahme an der geplanten Friedenskonferenz (Genf-II) zu bewegen.

In den Gesprächen habe FSA-Chef Selim Idriss darauf gepocht, dass der Rücktritt der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad zu den Bedingungen der Aufständischen gehörten, sagte FSA-Sprecher Luai Mukdad am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Assad hatte dies zuletzt am Montag abgelehnt.

Die Konferenz soll am 23. November stattfinden. Brahimi stellte allerdings klar, dass die Gespräche ohne eine "glaubhafte" Vertretung der Opposition keinen Sinn hätten.

SDA-ATS