Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Bei einem Überfall auf ein Einkaufszentrum in Nairobi sind nach Angaben von Rettern mindestens 22 Menschen und mehr als 50 weitere verletzt worden. Maskierte und bewaffnete Männer griffen das Einkaufszentrum an und nahmen auch Geiseln.

Das Einkaufszentrum ist vor allem bei reichen Einheimischen und Ausländern beliebt. Eliteeinheiten der Armee eilten der Polizei zur Hilfe, wie ein Polizeioffizier in der kenianischen Hauptstadt mitteilte. Der Einsatz der Sicherheitskräfte sei noch im Gange, ergänzte der Chef des Roten Kreuzes, Abbas Gullet.

Das örtliche Rote Kreuz rief zu Blutspenden auf. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, der Westgate Mall fernzubleiben. Aus Polizeikreisen verlautete, die Angreifer hätten mindestens sieben Geiseln in ihrer Gewalt.

Ein Augenzeuge sprach ebenfalls von mindestens 50 Verletzten. "Es gibt sehr viele Opfer, so viel ist sicher", sagte Sudjar Singh der Nachrichtenagentur AFP.

"Die Angreifer wollten mir in den Kopf schiessen, aber sie haben mich verfehlt." "Ich sah einen kleinen Jungen, der in einem Einkaufswagen herausgefahren wurde. Er war vielleicht fünf oder sechs Jahre alt und bewegte sich nicht mehr", sagte Singh.

Ein anderer Augenzeuge berichtete, die Angreifer hätten Kunden des Einkaufszentrums regelrecht "hingerichtet". Sie hätten eine Fremdsprache gesprochen - Arabisch oder Somali. "Ich sah, wie sie die Menschen aufforderten, etwas zu sagen, dann töteten sie sie". Ein AFP-Reporter berichtete von blutenden Kindern, die aus dem Einkaufszentrum gebracht wurden.

Anschlag nicht ausgeschlossen

Unklar blieben zunächst die Hintergründe des Angriffs. Sicherheitsexperten fürchteten jedoch seit längerem, dass das Zentrum zum Ziel eines Anschlags werden könnte.

Die Aufständischen der somalischen al-Schabaab-Milizen drohten in der Vergangenheit mehrfach Kenia mit Anschlägen - als Vergeltung für die militärische Unterstützung der somalischen Regierungstruppen im Kampf gegen die al-Schabaab-Miliz und das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Das Westgate Einkaufszentrum im Viertel Westland gibt es seit 2007. Die Mall beherbergt neben Geschäften zahlreiche Cafés und Restaurants, Banken und einen grossen Supermarkt sowie einen beliebten Kino-Komplex, der täglich tausende Besucher zählt. Mehrere Geschäfte sind in israelischer Hand.

Das Einkaufszentrum ist auch bei Mitarbeitern der Vereinten Nationen sehr beliebt - die UNO-Zentrale liegt ganz in der Nähe. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verfolge die Lage mit grosser Sorge, sagte sein Sprecher. Er habe auch mit Präsident Uhuru Kenyatta telefoniert.

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

SDA-ATS