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Bei Massenprotesten für härtere Blasphemiegesetze und strengere Geschlechtertrennung in Bangladesch sind nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens 28 Menschen getötet worden. Mehrere hundert weitere wurden verletzt.

Teile der Hauptstadt Dhaka wurden durch die Zusammenstösse zwischen Anhängern der radikalen Bewegung Hefajat-e-Islam und der Polizei regelrecht in ein Schlachtfeld verwandelt, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Ein Hefajat-Sprecher sprach von deutlich mehr Opfern.

Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Lärm- und Tränengasgranaten sowie Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen die mindestens 70'000 Demonstranten ein, die seit Sonntag den Finanzbezirk Motijheel in Dhaka blockierten. Hunderte Banker und Versicherungsmitarbeiter mussten wegen der Ausschreitungen in ihren Büros übernachten.

Brandstiftungen und Barrikaden

Augenzeugen berichteten von Brandstiftungen in Geschäften, Barrikaden aus gefällten Bäumen und von mit tausenden Steinen übersäten Strassen.

Ein Polizeisprecher begründete den massiven Polizeieinsatz mit der Gewalt der Demonstranten, die mit Steinen, Eisenstangen und Bambusspeeren auf die Einsatzkräfte losgegangen seien. Nach Angaben eines in einem Spital stationierten Beamten wurden elf Tote in die Klinik eingeliefert, darunter ein Polizist mit tödlichen Kopfverletzungen durch Machetenhiebe.

Drei private Kliniken bestätigten zudem, dass auch bei ihnen insgesamt elf Leichen eingeliefert worden seien.

Hefajat-Sprecher Maolana Muin Uddin Ruhi sagte, die Zahl der Toten und Verletzten liege weit über den offiziellen Angaben. Zahlen nannte er jedoch nicht. "Die Polizei hat wahllos auf unsere unbewaffneten Demonstranten gefeuert. Tausende Menschen wurden zudem verletzt", sagte Ruhi.

Demonstrationsverbot in Dhaka

Für Montag verhängten die Behörden ein Demonstrationsverbot über Dhaka. Im Stadtzentrum war die Lage laut Polizei am Morgen wieder unter Kontrolle.

In anderen Stadtteilen kam es jedoch weiter zu Krawallen. In Kanchpur im Südosten Dhakas wurden dabei nach Polizeiangaben mindestens sechs Menschen getötet, darunter drei Polizisten und ein Grenzschützer, die zu Tode geprügelt worden seien.

Rund 200'000 Anhänger der neu gegründeten Hefajat-Bewegung waren am Sonntag auf mindestens sechs Autobahnen in Richtung Dhaka marschiert und hatten den Verkehr lahmgelegt. Auch die Verbindung zum wichtigsten Hafen des Landes in Chittagong war blockiert. Vor der grössten Moschee des Landes gab es Strassenschlachten mit hunderten Verletzten.

Hefajat-Funktionäre drohten der Regierung mit einem Umsturzversuch, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Die islamistische Bewegung verlangt die Umsetzung eines 13-Punkte-Plans: Dazu zählen die Einführung der Todesstrafe für Gotteslästerung, die Wiedereinführung der Bezugnahme auf Allah in der Verfassung und eine strikte Geschlechtertrennung.

Regierungschef lehnt Forderungen ab

Zudem fordert Hefajat-e-Islam verpflichtenden Religionsunterricht und die Beschränkung der Aktivitäten christlicher Missionare.

Regierungschef Scheich Hasina lehnte die Forderung nach einem neuen Gesetz ab. Die Regierung werde sich nicht dem Willen von Fundamentalisten beugen, die gegen angebliche Mohammed-Schmähungen im Internet protestierten. Hefajat-Aktivisten forderten bei ihren Protestzügen "Atheisten müssen gehängt werden".

Einer der Organisatoren der Massenproteste, Allama Shah Ahmad Shafi, wurde am Montag von der Polizei aus Dhaka gebracht und an Bord eines Flugzeugs nach Chittagong gesetzt. Einem Sicherheitsbeamten zufolge wurde der Hefajat-Anführer nicht festgenommen, sondern habe Dhaka aus freiem Willen verlassen.

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SDA-ATS