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Bei zwei Sprengstoffanschlägen in der Stadt Idlib im Nordwesten Syriens sind laut den syrischen Staatsmedien am Montag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Fast 100 weitere wurden bei den Explosionen vor einem Militärgelände und einem Hotel verletzt.

Laut der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben 20 Menschen. Unter den Toten seien Angehörige der Sicherheitskräfte und Zivilpersonen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SANA. Der staatliche Fernsehsender Al Echbarija TV zeigte Aufnahmen von einem Anschlagsort, an dem zerstörte Fahrzeuge, Trümmer und Blutflecken auf einem Gehweg zu sehen waren.

Fünf Gebäude seien bei den Detonationen beschädigt worden, hiess es auf einer regierungstreuen Internetseite. Nach Angaben eines Aktivisten vor Ort liegen das Militärgelände und das Carlton-Hotel mehrere hundert Meter voneinander entfernt. Die Explosionen hätten sich kurz nach Morgengrauen innerhalb von fünf Minuten ereignet. In dem Hotel seien auch UNO-Beobachter untergebracht gewesen.

In der Hauptstadt Damaskus wurde laut einem Bericht des Staatsfernsehens in der Nacht auf Montag das Gebäude der syrischen Zentralbank von drei Männern angegriffen, die aus einem Fahrzeug mit Raketenwerfern auf das Gebäude schossen. Das Fernsehen zeigte Bilder von der beschädigten Fassade.

Eine weitere Explosion, die vermutlich von einer Autobombe ausgelöst wurde, ereignete sich in der Nähe von Damaskus. Zur Zahl der Toten und Verletzten lagen zunächst keine Angaben vor.

Gegenseitige Schuldzuweisung

Die syrische Regierung machte für den Anschlag in Idlib und den Beschuss der Zentralbank in Damaskus "bewaffnete Terroristen" verantwortlich, ein Begriff der üblicherweise für Gegner von Präsident Baschar Assad verwendet wird.

Vertreter der Protestbewegung machten das Regime von Präsident Baschar al-Assad für die Anschläge in Idlib verantwortlich. Sie begründeten ihren Verdacht mit einem Hinweis auf ein angebliches Geheimpapier aus dem Sicherheitsapparat, in dem ein Plan für Bombenanschläge skizziert worden sein soll.

Die Provinz Idlib gehört zu den Hochburgen der Assad-Gegner. Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 sind nach Schätzungen der UNO etwa 10'000 Menschen getötet worden. Zehntausende flohen in die Nachbarländer Libanon, Türkei und Jordanien.

SDA-ATS