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Terror in London: Die Sicherheitskräfte sperren weite Teile der Innenstadt Londons, nachdem ein Van in eine Menschenmenge gerast ist und sich anschliessend ein Massaker mit Messern ereignete.

KEYSTONE/AP PA/YUI MOK

(sda-ats)

Bei Anschlägen in London sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien drei Angreifer getötet worden, teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit. Ausserdem wurden mindestens 20 Menschen nach der Terrorattacke in Spitäler gebracht.

Weniger als zwei Wochen nach dem Bombenanschlag von Manchester ist London erneut das Ziel eines Anschlags geworden. Auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt raste am Samstagabend ein Lieferwagen in eine Menschenmenge.

Die Polizei geht davon aus, dass es keine weiteren Angreifer gab. Die verdächtigen Personen hätten etwas getragen, das wie Sprengstoffwesten aussah. Dabei habe es sich jedoch um Attrappen gehandelt. Die Polizei rief die Bewohner Londons dennoch auf, einen sicheren Ort aufzusuchen oder sich notfalls zu verstecken.

Die Rettungsdienste waren die ganze Nacht im Grosseinsatz. Zahlreiche Strassen in der Londoner Innenstadt wurden weiträumig gesperrt. Helikopter der Polizei kreisten über dem gesamten Gebiet.

Premierministerin Theresa May sprach von einem "möglichen Terrorakt" und kündigte für Sonntag eine Krisensitzung ihres Kabinetts an.

Kleinlastwagen in Menschenmenge

Laut Augenzeugen steuerte der Lieferwagen gezielt auf Passanten zu. BBC-Reporterin Holly Jones berichtete live von der Brücke, der Wagen sei rund 80 Stundenkilometer schnell gewesen und auf dem Trottoir in eine Menschenmenge gefahren.

Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Sender BBC, der Lieferwagen sei im Zickzack-Kurs gefahren, "er hat versucht, so viele Menschen wie möglich zu erwischen".

Der Lieferwagen kam laut einer weiteren Augenzeugin am Geländer der Brücke zum Stehen. Anschliessend seien Männer mit Messern herausgekommen und in Richtung einer nahe gelegenen Bar gerannt.

Weitere Zeugen standen vor einem Lebensmittelmarkt am Borough Market nahe der Brücke und sagten zur BBC: "Wir haben Leute wegrennen sehen, und dann habe ich einen rot gekleideten Mann mit einer langen Klinge - schätzungsweise 30 Zentimeter lang - gesehen, der mehrmals auf einen Mann einstach". Das Opfer sei zu Boden gesunken. "Dann haben wir drei Schüsse gehört und sind gerannt."

CNN zufolge drangen im Bereich Borough Market zwei Männer in ein Restaurant ein und stachen einer Kellnerin in den Hals und einem Mann in den Rücken.

"Das war wie ein Amoklauf", zitierte der britische Nachrichtensender BBC in der Nacht zum Sonntag einen Zeugen. Anschliessend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah".

Dritter Zwischenfall kein Terrorakt

Ein weiterer Vorfall in Vauxhall, den die Polizei zunächst gemeldet hatte, stand den Angaben zufolge nicht im Zusammenhang mit den Angriffen auf der Brücke und am Borough Market.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat die Terrorangriffe als "gezielte und feige Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher bezeichnet. Er verurteile die Angriffe auf das Schärfste, schrieb Khan in der Nacht zu Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Es gebe keine Rechtfertigung für die "barbarischen" Attacken. Khan rief alle Menschen in London auf, wachsam zu bleiben.

Bei einem ähnlichen Vorfall Ende März war der mutmasslich islamistische Attentäter Khalid Masood auf der Westminster-Brücke im Zentrum Londons mit seinem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast. Vier Menschen waren dabei gestorben. Vor dem Parlament erstach Masood dann einen Polizisten, ehe er selbst erschossen wurde. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Am 22. Mai hatte sich der Selbstmordattentäter Salman Abedi am Ende eines Pop-Konzertes in Manchester im Norden Englands in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. 116 Menschen wurden verletzt.

Schliessung von Spitälern

Nach der neuerlichen Terrorattacke in London sind drei Spitäler in der Nacht zum Sonntag geschlossen worden. Dies geschehe aus Sicherheitsgründen für Patienten und Personal, teilte der nationale Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) mit.

Auch ein Hotel in der Nähe der London Bridge steht nach Angaben des britischen Senders BBC unter Polizeischutz. Dort wurden den Angaben zufolge Verletzte untergebracht, die noch selbst laufen konnten.

US-Präsident Donald Trump sagte Grossbritannien unterdessen die Unterstützung seines Landes zu. "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein", twitterte Trump.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich stehe angesichts dieser "neuerlichen Tragödie mehr denn je an der Seite des Vereinigten Königreichs". Seine Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen.

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SDA-ATS