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Der australische Kardinal Pell stellte 2012 einen Bericht über den Umgang des Vatikans mit Missbrauchsfällen in der Kirche vor. Nun muss es sich in seiner Heimat selbst solchen Vorwürfen stellen. (Archiv)

KEYSTONE/EPA AAP/PAUL MILLER

(sda-ats)

Der unter Missbrauchsverdacht stehende Vatikan-Finanzchef George Pell ist in seine australische Heimat zurückgekehrt, um sich den Vorwürfen zu stellen. Kardinal Pell landete am Montag in Sydney.

Der 76-Jährige ist für den 26. Juli zu einer gerichtlichen Anhörung in Melbourne vorgeladen. Dabei geht es um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in seiner Zeit als Geistlicher in Australien.

Details zu den Vorwürfen wurden nicht bekannt, die Polizei sprach jedoch von "mehreren Klägern". Australischen Medienberichten zufolge wird Pell von zwei Männern bezichtigt, sie Ende der 70er Jahre missbraucht zu haben. Zudem soll er sich in den 80er Jahren nackt vor drei Knaben gezeigt haben.

Ein Sprecher Pells erklärte am Montag, der Kardinal sei dankbar "für die zahlreichen Botschaften der Unterstützung, die er erhält". Pell weise die Vorwürfe zurück und beteuere seine Unschuld.

Vom Dienst freigestellt

Pell ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. Papst Franziskus hat ihn vorerst vom Dienst freigestellt, damit er sich in Australien den Vorwürfen stellen kann.

Der ehemalige Erzbischof von Sydney war 2014 von Papst Franziskus zum Finanzchef des Vatikans ernannt worden. Vor der australischen Kommission zu Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche hatte er persönliche Fehler im Umgang mit den Anschuldigungen gegen Geistliche eingeräumt.

Die australische Missbrauchskommission war im Jahr 2012 eingesetzt worden. Sie befragte fast 5000 Missbrauchsopfer, die Vorwürfe richten sich gegen Kirchen, Waisenhäuser, Schulen und Jugendeinrichtungen.

Im Februar veröffentlichte sie Untersuchungsergebnisse, wonach 7 Prozent der katholischen Priester in Australien zwischen 1950 und 2010 Kindesmissbrauch vorgeworfen wurde. Die Vorwürfe wurden jedoch nie untersucht.

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SDA-ATS