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Mit wehenden Fahnen für faire Arbeitszeitregelungen

An ihrem zweitägigen Kongress in Brig hat sich die Gewerkschaft Syna den Einsatz für faire Arbeitszeitregelungen auf die Fahne geschrieben. Sie will Stress und Überarbeitung am Arbeitsplatz enttabuisieren.

"Der Mensch ist keine Maschine, er braucht Zeit für Erholung, für Familie und ein Sozialleben", schrieb Syna am Samstag. Doch immer mehr Arbeitnehmende müssten immer mehr leisten. Abgänge infolge Restrukturierungen und Pensionierungen würden immer öfter nicht ersetzt. "Die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und das gestiegene Arbeitstempo zeigen sich in steigenden Stresszahlen."

Deshalb fordert die Gewerkschaft in einer von vier Resolutionen, dass Unternehmen diese Themen frühzeitig mit ihren Angestellten angehen und Verantwortung übernehmen. Arbeitszeiten müssten von allen Angestellten transparent erfasst werden können. Nur so könnten Erholung und die Entschädigung von Mehrarbeit sichergestellt werden.

Flexible Arbeitgeber

Zudem sollen nicht nur Arbeitnehmende flexibel sein müssen; "auch Arbeitgeber sollen Flexibilität beweisen, indem sie die Freizeitwünsche und familiären Verpflichtungen der Angestellten berücksichtigen", fordert Syna, die in den Sektoren Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen tätig ist und mit rund 60'000 Mitgliedern die zweitgrösste Schweizer Gewerkschaft ist.

Dazu gehöre etwa, dass Arbeitspläne frühzeitig gemacht würden. Kurzfristige Arbeitseinsätze sollten mit einem Zuschlag von 25 Prozent entschädigt werden - aber auch ohne Nachteile verweigert werden können.

Jockertage für gesellschaftliches Engagement

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien und von jüngeren oder älteren Arbeitnehmenden gerechter zu werden, schlägt die Gewerkschaft in einer weiteren Resolution unter anderem bezahlte Jokertage vor, um das Engagement in der Familie und der Gesellschaft zu unterstützen. Weiter fordert sie einen Jugendurlaub und einen Neuorientierungsurlaub für ältere Arbeitnehmende.

Bereits am Freitag verabschiedete Syna zwei Resolutionen: So spricht sich die Gewerkschaft für mehr Toleranz und Gleichstellung aus. Syna will sich in den nächsten Jahren verstärkt gegen die Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten am Arbeitsplatz engagieren. Die Resolution beinhaltet konkrete Forderungen an Sozialpartner, Behörden und Politik.

Eine weitere Resolution betrifft die Reform der Altersvorsorge. Darin begrüsst Syna zwar einzelne Elemente des Reformpakets 2020 von Bundesrat Alain Berset, stellt jedoch Forderungen an die Politik. Für die Gewerkschaft komme weder ein Rentenabbau noch die Anhebung des Rentenalters für Frauen in Frage.

Schutz der Arbeitszeit

Gastredner Alain Berset fokussierte in seiner Ansprache auf das Kongressthema "Meine Arbeit meine Zeit". Er sagte, dass globaler Wettbewerb, die Profiterwartungen der Aktionäre und die mobile Kommunikation am Schutz der Arbeitszeit nagten, der den Menschen Lebensqualität garantiere.

Es sei wichtig, dass die Wirtschaft angesichts des Fachkräftemangels die Bedürfnisse der Arbeitnehmenden ernst nehme, sagte Berset weiter. Dazu gehöre auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Neuer Präsident

Als oberstes Organ bestimmt der Kongress die grundlegende politische Ausrichtung der Gewerkschaft. Zugleich obliegt ihm die Wahl des Präsidenten: Am Freitag wurde denn auch der 46-jährige Zürcher Arno Kerst zum Nachfolger Kurt Regotz' gewählt.

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