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Soll Mitarbeiter nicht genügend vor sexuellen Missbrauchs und Diskriminierung geschützt haben: Der US-Staat New York verklagt den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. (Archivbild)

KEYSTONE/AP/JOHN CARUCCI

(sda-ats)

Nach Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens hat die Staatsanwaltschaft im US-Staat New York Hollywood-Produzent Harvey Weinstein, dessen Bruder Robert und deren Firma verklagt. Sie hätten die Mitarbeiter nicht vor Belästigung und Diskriminierung geschützt.

Die Weinstein Company habe dadurch mehrfach das Recht in New York gebrochen, hiess es am Sonntag (Ortszeit) in einer in Manhattan eingereichten Anklage.

Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman sagte, jeder Verkauf der Firma müsse sicherstellen, "dass die Opfer entschädigt" und Mitarbeiter geschützt werden. Auch sollten sich weder Täter noch Mitwisser "unberechtigterweise bereichern" können. Unter anderem deshalb sei die Klage-Erhebung so eilig erfolgt.

Berichten vom Sonntag zufolge, soll der Verkauf der Weinstein Company an eine Investorengruppe aber vorerst gescheitert sein. Die eingereichte Klage habe zu viel Unsicherheit erzeugt, so dass der Deal nicht durchgeführt werden könne, berichtete die Zeitung "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Person.

Auch die "New York Post" berichtete, der Verkauf sei geplatzt. Eine Gruppe von Investoren hatte rund 500 Millionen US-Dollar für das Unternehmen geboten, die Übernahme von rund 250 Millionen Dollar Schulden eingeschlossen.

"Bösartig und ausbeuterisch"

Die Klage der Staatsanwaltschaft wurde beim Obersten Gericht des Bezirks New York eingereicht, wie Generalstaatsanwalt Schneiderman mitteilte. Sie enthalte auch neue Vorwürfe gegen Weinsteins "bösartige und ausbeuterische Misshandlung" von Mitarbeitern.

Verwaltungsrat und Geschäftsführung wird vorgeworfen, wiederholt dabei gescheitert zu sein, ihre Mitarbeiter durch angemessene Massnahmen zu schützen oder gegen Weinsteins Verhalten vorzugehen.

In neuen Anschuldigungen werden Drohungen Weinsteins zitiert. So soll er einigen Angestellten gesagt haben: "Ich werde dich töten", "Ich werde deine Familie töten", "Du weisst nicht, was ich tun kann". Er habe Beziehungen zu mächtigen Menschen, die "sich um Probleme kümmern könnten".

Anwalt: Weinstein war nicht kriminell

Weinsteins Anwalt Ben Brafman teilte der Nachrichtenagentur DPA in einer Mail mit, falls Schneiderman eine faire Ermittlung durchführen würde, würde sich zeigen, dass viele der Anschuldigungen gegen Weinstein unbegründet seien. "Auch wenn Weinsteins Verhalten nicht fehlerfrei war, war es mit Sicherheit nicht kriminell", schrieb Brafman.

Weinstein habe mehr Frauen in leitende Positionen als jeder andere Unternehmenschef gebracht, erklärte der Anwalt. In seinen Unternehmen habe es "null Diskriminierung" gegeben.

Die Klage sei das Ergebnis viermonatiger Ermittlungen, in denen Mitarbeiter, Führungskräfte und Opfer von Weinstein befragt worden seien, teilte der Schneiderman weiter mit. Dabei seien auch Archive und E-Mails des Unternehmens durchkämmt worden.

Vorwürfe von über hundert Frauen

Inzwischen werfen mehr als hundert Frauen, darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Salma Hayek, Weinstein vor, sie sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt zu haben. Seit den ersten Enthüllungen im Oktober haben sich die Skandale um sexuelle Belästigung auch auf andere Bereiche ausgeweitet.

Weinstein beteuert bis heute, keine sexuelle Gewalt gegen Frauen angewandt zu haben. Er wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seiner Produktionsfirma entlassen. Inzwischen soll er sich wegen Sexsucht therapieren lassen.

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SDA-ATS