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Mitterrand nach Polanski-Verteidigung selber in unangenehmer Lage

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 15:36 publiziert
(Keystone-SDA)

Paris - Nach seiner Kritik am Vorgehen der Schweiz im Fall Polanski steht der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand nun selber unter Druck. Der Grund sind Äusserungen über Sextourismus in Südostasien aus dem Jahr 2005, die den 62-Jährigen nun einholen.
In seinem Buch "La mauvaise vie" (Das schlechte Leben) schrieb der Neffe des früheren Staatspräsidenten François Mitterrand von sexuellen Abenteuern mit Stricherjungen in asiatischen Homosexuellen-Bordellen. Unklar blieb, was der offen homosexuelle Mitterrand tatsächlich erlebt und was er sich ausgedacht hat.
Die Kritik ins Rollen brachte vier Jahre später der rechtsextreme Front National (FN). In einer TV-Diskussion am Montagabend las die rechtsradikale Politikerin Marine Le Pen Passagen aus dem Buch des parteilosen Ministers vor.
Am Mittwochabend legte der Sprecher der Sozialistischen Partei, Benoît Hamon, nach: "Während Frankreich mit Thailand den Kampf gegen das Übel des Sextourismus angeht, haben wir einen Minister, der erklärt, dass er selbst Kunde ist", sagte Hamon im Sender Canal .
Staatschef Sarkozy und Premierminister Fillon müssten nun entscheiden, ob Mitterrand zurücktreten müsse oder nicht. Auch der Front National forderte Mitterrands Rücktritt.
Nach diesen Rücktrittsforderungen ist inzwischen auch der Druck aus der konservativen Regierungsmehrheit gewachsen. Mitterrand könne nicht einfach "nur mit Entrüstung" auf die Vorwürfe antworten, sondern müsse diese sachlich entkräften, sagte Arbeitsminister Xavier Darcos. Rechtlich werde ihm zwar nichts vorgeworfen. Es gehe aber um "moralisches Verhalten".
Französische Medien erinnerten daran, dass Mitterrand erst vor kurzem eine Solidaritätsadresse für den Filmemacher Roman Polanski veröffentlicht hatte. Polanski sitzt in der Schweiz in Auslieferungshaft, weil ihn die USA wegen sexueller Handlungen mit einer 13-Jährigen vor 32 Jahren vor Gericht stellen wollen.

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