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Die Verteidigung des mutmasslichen serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic hat vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag die Verschiebung des Prozessauftakts um drei Monate verlangt.

Er habe grosse Teile des Anklagematerials erst in der letzten Woche erhalten, begründete Mladic-Anwalt Branko Lukic am Donnerstag vor Gericht seinen Antrag. Wegen der ungenügenden Vorbereitungszeit sei eine Verteidigung des 70-jährigen früheren Militärchefs der bosnischen Serben im Bürgerkrieg (1992-1995) nicht möglich.

Der Vorsitzende Richter Alphons Orie, der den Prozessbeginn für den 16. Mai festgesetzt hatte, signalisierte Verständnis für die Argumente der Verteidigung und stellte eine Entscheidung des Gerichts in Aussicht. Einen genauen Termin dafür nannte er aber nicht.

Mladic war nach über zehnjähriger Flucht vor einem Jahr in Serbien verhaftet und an das UNO-Tribunal ausgeliefert worden. Ihm werden die schwersten Kriegsverbrechen in Europa seit 1945 vorgeworfen.

Dazu gehört die Erschiessung von bis zu 8000 muslimischen Jungen und Männern im ostbosnischen Srebrenica im Juli 1995, die jahrelange Belagerung Sarajevos mit tausenden Toten, die Errichtung von Straflagern mit schweren Misshandlungen und Ermordungen, Massenvergewaltigungen und die Vertreibung Hunderttausender aus ihren angestammten Wohngebieten.

SDA-ATS