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Die Polizei im belgischen Antwerpen hat einen Mann verhaftet, der mit Waffen im Auto durch die Haupteinkaufsstrasse gerast war. (Symbolbild)

KEYSTONE/TI-PRESS/CARLO REGUZZI

(sda-ats)

Einen Tag nach dem Terrorakt in London ist in der nordbelgischen Stadt Antwerpen möglicherweise ein Anschlagversuch gescheitert. Nach Polizeiangaben raste am Donnerstagvormittag ein Mann mit hoher Geschwindigkeit durch das Haupteinkaufsviertel der Hafenstadt.

Menschen hätten zur Seite springen müssen, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, es seien mehrfach Fussgänger in Gefahr gewesen. Ihren Angaben zufolge konnte das Auto nach einer kurzen Flucht von einer schnellen Eingreiftruppe der Antwerpener Polizei gestoppt werden. Zuvor war dies Soldaten nicht gelungen.

Beim festgenommenen Fahrer handelt es sich nach den ersten Ermittlungen um einen 39-jährigen Franzosen mit nordafrikanischen Wurzeln. Ob er gezielt Menschen totfahren wollte, blieb zunächst unklar.

Im Kofferraum seines Fahrzeuges fanden Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stichwaffen sowie ein Gewehr. Zudem wurde ein Kanister mit einer noch unbekannten Flüssigkeit entdeckt.

Deswegen sowie vor dem Hintergrund des Anschlages in London übernahm die belgische Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Der Kampfmittelräumdienst untersuchte das Fahrzeug. Der Festgenommene soll der Polizei nach Medienberichten wegen illegalen Waffenbesitzes bekannt sein.

Nicht vernehmungsfähig

Der Verdächtige konnte zunächst nicht vernommen werden, wie die Zeitung "Le Soir" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft schrieb. Nach Informationen des Senders RTBF stand er unter Alkoholeinfluss und soll Drogen bei sich gehabt haben.

Beide Medien schreiben, dass Ermittler auch die Möglichkeit prüfen, dass der Mann nicht gezielt Menschen angreifen wollte. Laut "Le Soir" halten Ermittler es für möglich, dass er betrunken die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor; laut RTBF könnte er auch versucht haben, einer Polizeikontrolle zu entgehen.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel bedankte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter bei den Sicherheitskräften. Der französische Staatspräsident François Hollande rief zu "sehr grosser Wachsamkeit" auf. Es müssten alle Kräfte mobilisiert werden, forderte er in Paris.

Der Ballungsraum Antwerpen hat rund 500'000 Einwohner und liegt damit auf Platz zwei hinter der belgischen Hautpstadt Brüssel. Antwerpen liegt nahe der niederländischen Grenze und ist vor allem für den Hafen und das Diamantenviertel bekannt.

Zweithöchste Terror-Alarmstufe

Belgien hatte erst am Mittwoch mit Gedenkfeiern an die Terroranschläge vor einem Jahr erinnert. Damals hatten Selbstmordattentäter bei Anschlägen am Brüsseler Flughafen sowie in einer Metrostation in der Innenstadt 32 Menschen mit in den Tod gerissen.

Im Land gilt derzeit die zweithöchste Terror-Alarmstufe. Das bedeutet, dass die Behörden die terroristische Bedrohung als "ernst, möglich und wahrscheinlich" einschätzen.

Beim Anschlag nahe dem britischen Parlament waren am Mittwoch insgesamt vier Menschen getötet worden, darunter der Angreifer. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, darunter auch eine Deutsche.

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SDA-ATS