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Zwei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und ein lokaler Mitarbeiter sind am Montagmorgen im Süden des Jemen entführt worden. Dies bestätigte eine IKRK-Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur sda. Verhandlungen mit der bewaffneten Gruppe seien im Gang.

"Ein Auto mit drei Mitarbeitern, darunter zwei Ausländer, wurde am Morgen angehalten", sagte IKRK-Sprecherin Dibeh Fakhr in Genf. Aus Sicherheitsgründen wollte Fakhr keine Angaben über die Nationalität der zwei nicht-jemenitischen IKRK-Mitarbeiter machen.

"Die Situation ist sehr schwierig. Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um Schweizer handelt", sagte die IKRK-Sprecherin. "Andere Quellen sprechen von einem verschleppten Franzosen." Fakhr hofft, dass der Vorfall rasch aufgeklärt werde. Am frühen Montagabend waren die Verhandlungen noch im Gang.

Gemäss der Nachrichtenagentur AFP wurde nur ein IKRK-Mitarbeiter entführt. Es handle sich um einen Schweizer. Seine beiden jemenitischen Begleiter seien geschlagen worden, als sie versucht hätten, die Entführung zu verhindern.

Häufige Entführungen

Ein ähnlicher Vorfall von letzter Woche, in welchen dieselbe bewaffnete Gruppe involviert war, konnte nach ein paar Stunden gelöst werden. Zwei indische IKRK-Mitarbeiter wurden kurzzeitig von einem Stamm im Süden Jemens festgehalten.

Am 8. Mai hatten bewaffnete Männer das Fahrzeug der zwei Männer in Dschaar angehalten und diese in eine bergige Zone geführt. Ein Anführer der regierungstreuen Volkswiderstands-Miliz, Hussein al-Wahichi, hatte dreieinhalb Stunden nach der Entführung die Freilassung der zwei Geiseln bekannt gegeben.

Gemäss seinen Angaben gehörten die Entführer zum Al-Marakischa-Stamm, der bereits am vergangenen Montag zwei ägyptische Techniker im Süden des Landes verschleppt hatte. Angehörige des Stammes hatten als Gegenleistung zur Befreiung der Geiseln die Freilassung eines Stammesbruders verlangt, der seit sieben Jahren wegen Mordes in Haft sitzt.

Lehrerin aus Bülach im Februar freigelassen

Im Februar dieses Jahres war eine 33-jährige Lehrerin aus Bülach ZH nach fast einjähriger Gefangenschaft im Westen Jemens von Stammeskämpfern nach Vermittlung Katars freigelassen worden. Die Kämpfer hatten die Freilassung von inhaftierten Angehörigen gefordert.

Die Frau war am 12. März 2012 aus ihrem Haus in Hudaida am Roten Meer von Bewaffneten entführt worden. Sie arbeitete dort für ein Sprachinstitut. Ihr gelang es, eine Freundin in Hudaida telefonisch davon zu unterrichten, dass sie in die südliche Provinz Schabwa verschleppt worden sei.

Hunderte Entführungen

Der Jemen ist regelmässig Schauplatz von Entführungen, bei denen Ausländer betroffen sind. Meist handelt es sich bei den Tätern um stark bewaffnete Stämme, welche die Entführungen als Druckmittel nutzen, um bei den Behörden Forderungen durchzusetzen.

In den vergangenen 15 Jahren wurden im Jemen bereits hunderte Menschen, darunter auch ausländische Touristen, entführt. Die meisten Geiseln kamen wieder frei - meist nach Zahlung eines Lösegeldes oder gegen andere Vergünstigungen.

Al-Kaida gehört zu den Nutzniessern des Aufstands gegen den damaligen Langzeit-Staatschef Ali Abdullah Saleh im Frühling 2011. Die Terroristen nutzten das Machtvakuum, um sich im Süden und Osten des Landes festzusetzen.

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SDA-ATS