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Morales in Bolivien unter Druck - Gespräche mit Gewerkschaften

Der linksgerichtete bolivianische Präsident Evo Morales gerät zunehmend unter Druck der früher fest zu ihm stehenden Gewerkschaften. Ein fast zweiwöchiger Streik eskalierte, als die Polizei mit grosser Härte versuchte, die Blockade von Fernstrassen zu beenden.

Am Samstag begann eine neue Gesprächsrunde zwischen Regierung und Vertretern des Gewerkschaftsdachverbandes COB, an der Morales aber nicht teilnahm. Über Verlauf und mögliche Ergebnisse der Gespräche, die am Sitz der Regierung in La Paz bis weit in die Nacht zum Sonntag andauerten, wurde zunächst nichts bekannt.

Die Gewerkschaften fordern angesichts starker Preissteigerungen mindestens 15 Prozent mehr Lohn und Gehalt für Lehrer und andere Angestellte des öffentlichen Dienstes. Morales bietet nur zehn Prozent Lohnanhebungen und argumentiert, mehr könne sich Bolivien, eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, nicht leisten.

Warnungen vor Umsturzversuch

Während die Bilder von den Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten am Freitag an die sozialen Unruhen unter konservativen Vorgängern von Morales erinnerten, kamen Warnungen vor einem Umsturzversuch auf.

Die Widersacher gegen den von Morales propagierten Umbau der Gesellschaft hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit hätten sich unter die Demonstranten gemischt, sagte die Präsidentin der Vereinigung für Menschenrechte in La Paz, Sonia Brito. Sie rief Morales dringend dazu auf, den Dialog mit den Gewerkschaften wieder aufzunehmen.

Steigende Preise

Seit Ende vergangenen Jahres verliert Morales zunehmend an Rückhalt in der Gewerkschaftsbewegung, aus der er selbst stammt und die zu seinen wichtigsten Stützen gehörte. Seine Beliebtheit in der Bevölkerung sank rapide. Schon im Februar war es zu einem Generalstreik wegen steigender Lebensmittel- und Energiepreise gekommen.

Auslöser der Proteste war eine Ankündigung der Regierung vom 26. Dezember, die Subventionierung der Treibstoffe zu beenden. Die Preise für Benzin und Diesel, die bisher in etwa nur ein Viertel des Weltmarktpreises betrugen, schossen daraufhin in die Höhe.

Angesichts heftiger Proteste nahm die Regierung die Massnahme zwar schnell wieder zurück. Aber auch viele Lebensmittel wie Mehl, Milch und Fleisch wurden teurer, Zucker war teilweise kaum noch zu erhalten.

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