Die Bahamas kommen nicht zur Ruhe. Rund 1300 Menschen werden nach dem verheerenden Hurrikan "Dorian" noch vermisst - und bereits bedroht wieder ein Sturm den Karibikstaat.

Inmitten der Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Hurrikan "Dorian" steuert der nächste Sturm auf die Bahamas zu. Wie der US-Wetterdienst mitteilte, befand sich der Sturm am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) vor der östlichen Insel Cat Island. Im Laufe des Tages werde er in Richtung Nordwesten weiterziehen und am Samstag "möglicherweise als Tropensturm" auf die Insel Grand Bahama treffen.

Behält der Wetterdienst mit seiner Warnung recht und der Sturm legt an Stärke zu, erhalte er den Namen "Humberto", schrieb der US-Sender CNN. Den Angaben zufolge ist am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern und heftigen Regenfällen zu rechnen. "Dorian" hatte Anfang September enorme Zerstörungen auf den Bahamas hinterlassen.

Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13'000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört. Derzeit werden noch rund 1300 Menschen vermisst. Es ist offiziellen Angaben zufolge damit zu rechnen, dass die Zahl der bislang 50 bestätigten Toten deutlich steigen wird.

Am Mittwoch traf das Docklandungsschiff "Johan de Witt" - ein Helikopterträger - auf den Bahamas ein. Deutsche und niederländische Marinesoldaten begannen mit ihrem Hilfseinsatz. Uno-Generalsekretär António Guterres kündigte an, die Inselgruppe am Freitag zu besuchen. Er wolle damit die internationale Gemeinschaft für die Situation vor Ort sensibilisieren, sagte er am Donnerstag in New York.

Klimakrise als Auslöser vermutet

Den ungewöhnlich starken Hurrikan sieht Guterres als Auswirkung der Klimakrise: "Der Klimawandel rennt schneller als wir, und wir müssen einen viel ehrgeizigeren Ansatz verfolgen, um den Klimawandel zu bekämpfen."

Weltweit hatten extreme Wetterereignisse in diesem Jahr bereits verheerende Folgen. Bereits im ersten Halbjahr 2019 machten Überschwemmungen, Zyklone und andere Wetterkatastrophen rund sieben Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen, teilte die in Genf ansässige Beobachtungsstelle für intern Vertriebene (IDMC) mit.

Zu den schlimmsten gehörten demnach bis Juni Zyklon "Fani" in Indien und Bangladesch sowie Zyklon "Idai", der vor allem in Mosambik, aber auch Malawi, Simbabwe und Madagaskar wütete. Bis zum Jahresende könnte sich die Zahl der durch Wetterereignisse Vertriebenen auf 22 Millionen mehr als verdreifachen, schreibt die Beobachtungsstelle. Die zweite Jahreshälfte sei anfälliger für Wetterrisiken. 2019 könne somit eines der verheerendsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen werden.

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