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Nach dem Ärger bleibt nur der Stolz

Dieser Inhalt wurde am 22. Juni 2014 - 11:54 publiziert
(Keystone-SDA)

Fussball - Irans Fussballer durften zurecht stolz sein. Aber auch die Wut nach dem 0:1 gegen den Favoriten Argentinien hatte einen Grund: den Schiedsrichter. Trainer Carlos Queiroz reagierte verärgert.
Der Trost kam von höchster Stelle. Irans Präsident Hassan Ruhani lobte sein Team nach der schmerzhaften Last-Minute-Niederlage gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien, doch in den Stolz über den denkwürdigen WM-Auftritt mischte sich bei Spielern und Trainer auch eine gehörige Wut auf den Schiedsrichter. Der Aussenseiter fühlte sich vom serbischen Referee Milorad Mazic wegen eines nicht gegebenen Penaltys betrogen. "Zwei Leute haben den Unterschied ausgemacht. Lionel Messi ist der eine. Die zweite Person war der Schiedsrichter", sagte Irans portugiesischer Trainer Carlos Queiroz. "Es war ein klarer Penalty."
Eine grosse Mission haben die Iraner für ihr Land aber auf jeden Fall schon erfüllt. "Ich bedanke mich bei der Mannschaft und dem Trainerteam. Ihr habt trotz der unglücklichen Niederlage das Volk glücklich und stolz gemacht", schrieb Ruhani nach der aufopferungsvollen und kämpferischen Leistung via Twitter. "Jetzt hat die Welt Respekt vor dem iranischen Fussball", stellte die Nachrichtenagentur IRNA fest.
Es fehlten nur Sekunden und Iran hätte Argentinien ein sensationelles Remis abgetrotzt. Vor Messis Geniestreich in der Nachspielzeit hätte der krasse Aussenseiter sogar selbst in Führung gehen könne. Oft fehlten nur Zentimeter, so wie bei Ashkan Dejagahs Flugkopfball. Und es fehlte noch eines: ein Pfiff von Mazic in der zweiten Halbzeit nach einem klaren Foul von Argentiniens Pablo Zabaleta am ehemaligen Bundesligaprofi Dejagah.
"Ich habe es versucht, dem Schiedsrichter klarzumachen, aber er hat mich ignoriert. Er hat mich getroffen und es war ein Penalty, da bin ich zu hundert Prozent sicher", schimpfte Dejagah. Fuchsteufelswild war der ehemalige Spieler von Hertha Berlin und Wolfsburg aufgesprungen und hatte, heftig gestikulierend, einen Penalty reklamiert. Zurecht, wie die TV-Bilder belegten.
"Wir haben in diesen 90 Minuten mit Argentinien mitgehalten, nur der Schiedsrichter war nicht auf dem gleichen Niveau", sagte Queiroz. Die Nachrichtenagentur Fars stellte fest: "Messi und der Schiedsrichter haben Argentinien gerettet."
Bei aller Wut durften sich die Iraner nach dem "wichtigsten Fussballspiel in der Geschichte des krisenbeladenen Landes" (Queiroz) dennoch auch wie Gewinner fühlen. Der überragende Torhüter Alireza Haghighi zum Beispiel, der sein Geld in der zweiten portugiesischen Liga bei Sporting Covilha verdient und seine unzähligen Paraden gegen Messi und Co. ein Leben lang nicht vergessen dürfte. "Heute haben die Jungs in Brasilien all unsere Erwartungen übertroffen", twitterte Aussenminister Mohammed Dschwad Sarif direkt nach der Partie in Belo Horizonte: "Ihr habt uns alle stolz gemacht."
Und vielleicht gibt es doch noch ein Happy End. Mit einem Sieg gegen Bosnien-Herzegowina können die Iraner bei einer gleichzeitigen Niederlage Nigerias sogar in die Achtelfinals vordringen. Das würde ihr Volk mit noch mehr Stolz erfüllen.

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