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Am Gansabhauet in Sursee versucht ein Schläger mit verbundenen Augen und einem stumpfen Säbel, einer toten Gans den Hals zu durchtrennen. (Archivbild)

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

(sda-ats)

Am Gansabhauet ist am Freitag in Sursee zwei toten, aufgehängten Gänsen der Kopf vom Rumpf geschlagen worden. In beiden Durchgängen waren drei Hiebe nötig. Bei trockenem Wetter wohnten 4000 Personen dem Spektakel bei.

Der Gansabhauet findet jeweils am 11. November, dem Tag des Heiligen Martin, statt. Die beiden erfolgreichen Schläger, Pascal Püntener und Pascal Bühler, wohnen beide in Sursee, wie Stadtarchivar Michael Blatter auf Anfrage erklärte.

Beim Gansabhauet geht es darum, mit einem einzigen Säbelhieb den Hals einer leblosen, am Hinterkopf aufgehängten Gans mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen. Dies ist nicht so einfach, denn die in einem roten Umhang gekleideten Wettstreiter sehen hinter ihrer Sonnenmaske nichts. Zudem ist ihr Dragonersäbel stumpf.

Die Reihenfolge der Schläger für die zwei Gänse wird durch das Los bestimmt. Dem Erfolgreichen - der entscheidende Schlag ist bislang noch nie einer Frau geglückt - winkt neben Ruhm und Ehre auch ein Festmahl. Natürlich darf er auch die Gans mit nach Hause nehmen.

Die Ursprünge der Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er wieder zu neuem Leben erweckt.

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf den Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim "Stängechlädere" Geschenke ergattern oder beim "Chäszänne" mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein "Räbeliechtli"-Umzug fehlt nicht.

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SDA-ATS