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Die Sozialistin María Alejandra Vicuña ist zur neuen Vizepräsidentin Ecuadors gewählt worden und steht damit Präsident Lenin Moreno bei der Führung des Landes zur Seite.

KEYSTONE/EPA EFE/JOSE JACOME

(sda-ats)

Nach dem Korruptionskrimi um den bisherigen Vizepräsidenten Ecuadors, Jorge Glas, ist die Sozialistin María Alejandra Vicuña zu dessen Nachfolgerin gewählt worden. Die 39-Jährige erhielt in der Nationalversammlung 70 Stimmen am Samstag (Ortszeit).

Es waren 106 Abgeordneten anwesend. Sie wird damit die neue Vertreterin von Präsident Lenín Moreno und ist erst die zweite Vizepräsidentin in der Geschichte des südamerikanischen Landes. Ihre Vereidigung sollte noch am Samstag stattfinden.

Glas war im Dezember wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er und weitere acht Personen wurden für schuldig befunden, Bestechungsgeld angenommen und dafür öffentliche Aufträge zum Bau von Erdöl-Infrastrukturprojekten an den brasilianischen Konzern Odebrecht vergeben zu haben. Glas und die anderen Verurteilten sollen ausserdem rund 33,5 Millionen Dollar als Schadenersatz an den Staat zahlen.

Am Mittwoch hatte Glas automatisch sein Amt als Vize-Präsident verloren, wie es in der Verfassung des lateinamerikanischen Landes nach drei Monaten Abwesenheit vom politischen Geschäft vorgesehen ist. Glas sass seit Oktober in Untersuchungshaft, der Prozess gegen ihn begann im November.

Der Konflikt um Glas offenbarte auch einen Bruch zwischen dem pragmatisch und gemässigter regierenden Moreno und seinem linken Vorgänger Rafael Correa, der ihn vor der Wahl im April 2017 noch als seinen Nachfolger empfohlen hatte. Moreno hatte sich nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Glas von seinem Vizepräsidenten distanziert und im August von allen Regierungsaufgaben entbunden. Correa unterstützte dagegen weiter seinen ehemaligen Minister und Weggefährten - und warf Moreno politische Verfolgung und Verrat vor.

Glas war seit 2013 Vizepräsident und der bisher ranghöchste Politiker, der in Lateinamerika im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um den Konzern Odebrecht verurteilt wurde.

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SDA-ATS