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Emanuel Macron jubelt als neuer Präsident Frankreichs - Wirtschafts- und Finanzkreise sind erleichtert über einen Unsicherheitsfaktor weniger.

KEYSTONE/EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

(sda-ats)

Eine Welle der Erleichterung geht durch die schweizerischen Finanz- und Wirtschaftskreise, nachdem klar ist, dass der nächste französische Präsident Emanuel Macron heisst - und nicht Marine Le Pen. Damit sei ein wichtiger Unsicherheitsfaktor kein Thema mehr.

In einer ersten Umfrage der Nachrichtenagentur sda gehen Analysten von Banken, Konjunkturforscher und Vertreter von Verbänden davon aus, dass nach dem Sieg von Macron in nächster Zeit die Schweizerische Nationalbank weniger an den Devisenmärkten intervenieren müsse. Die Notenbank werde weniger unter Druck stehen, den Franken gegenüber dem Euro auf einem Kurs von 1,07 Franken halten zu können, heisst es.

Wirtschaftspolitisch zeigen sich die Befragten mehrheitlich optimistisch, auch wenn noch völlig unklar ist, wie die künftige Regierungsmannschaft um Macron aussehen wird. Unklar ist auch, auf welche Mehrheiten sich Macron nach den Parlamentswahlen im Juni abstützen können wird.

Deshalb lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, inwieweit Macron in der Lage sein werde, seine Reformprojekte in den Bereichen Arbeitsmarkt, Vermögenssteuern oder Renten umsetzen zu können. So geht Michael Strobaek, Anlagechef bei der Credit Suisse, davon aus, dass Macron eine "zentristische und Mitte-Links-Regierung" bilden wird und im Idealfall mit der republikanischen Partei zusammenarbeiten wird. Grundsätzlich beurteilt er den Wahlausgang positiv "für Europa und die Finanzmärkte".

Auch beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hofft man auf Reformen in Frankreich. Wenn die französische Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs komme, dann sei das gut für die Schweizer Wirtschaft, schreibt Geschäftsleitungsmitglied Jan Atteslander in der Stellungnahme. Er hofft auf eine engere Zusammenarbeit einerseits in den grenzüberschreitenden Wirtschaftsregionen Genf, Jura und Basel sowie andererseits bei anstehenden Themen wie etwa Steuerfragen.

Bei der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel geht man wie bisher von einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,6 Prozent für die Schweiz aus. Für die Eurozone erwarten die Konjunkturforscher weiteres Wachstum: "Wir erwarten keine neue Gefährdung der Eurozone, sondern eine Beruhigung der Lage", heisst es.

SDA-ATS

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